Grundlagen für Wintertouren
Wintertrekking ist ein weites Feld. In diesem Blogbeitrag gehen wir die Grundlagen durch – also was auf Wintertouren anders läuft als in der warmen Jahreszeit. Außerdem zeigen wir dir, welche Ausrüstung und Bekleidung sich im Winter bewähren.

Im Winter unterwegs zu sein ist natürlich am anspruchsvollsten. Wir empfehlen dir, erst in der warmen Jahreszeit Erfahrung zu sammeln – dann ist die Lernkurve nicht zu steil. Raketenwissenschaft ist Wintertrekking aber nicht. Mach dich zuerst theoretisch mit dem Thema vertraut und probier es dann in der Praxis aus. Starte mit kurzen Tagestouren und verlängere deine Zeit draußen nach und nach bis zu mehrtägigen Wintertouren.

Diese Fähigkeiten brauchst du für Wintertouren mit Übernachtung:
- Die richtige Bekleidung auf Wintertour
- Fortbewegung in der winterlichen Natur
- Kochen bei Frost + Wasserversorgung
- Auswahl und Aufbau der Unterkunft bei Winterbedingungen
- Übernachten bei Kälte
Die richtige Bekleidung auf Wintertour
Viele legen das Wandern im Winter wegen der Kälte auf Eis. Dabei musst du auch im Winter nicht frieren, wenn du dich passend zu Wetter und Aktivität anziehst. Wir Menschen sind sehr unterschiedlich – oft lernst du die richtige Bekleidung am besten durch eigene Erfahrung.

Auf längeren Wintertouren wird dir zwischendurch sicher auch mal kalt. Das gehört dazu, und man lernt, damit umzugehen. Entscheidend ist, die Kleidung an die Aktivität anzupassen. In Bewegung produziert dein Körper Wärme – und viele sind überrascht, wie wenig Kleidung sie brauchen, sobald sie richtig in Bewegung sind.
Bewährt hat sich gerade im Winter das sogenannte Zwiebelprinzip mit drei Schichten. Kurz gesagt: Die Außenschicht schützt vor Wind und Regen, die Mittelschicht isoliert mit eingeschlossener Luft, und die Unterwäsche soll Feuchtigkeit effektiv nach außen transportieren.
Mehr zum Zwiebelprinzip liest du hier:

Bei Frost solltest du nicht zu stark schwitzen. Wird die Unterwäsche unterwegs nass, frierst du in der Pause schnell, weil die Kleidung anfängt zu gefrieren. Bewährt hat sich: In Bewegung etwas leichter anziehen und bei jeder Pause eine Schicht ergänzen.
Trag deine Pausenbekleidung so, dass du schnell herankommst – zum Beispiel in der Außentasche des Rucksacks oder oben auf der Pulka. Am praktischsten, und das ganzjährig, ist eine klein verpackbare leichte Isolationsjacke oder leichte Daunenjacke.
Eine Daunenjacke lässt sich kleiner verpacken, eine Jacke mit Kunstfaserfüllung ist dafür bei Feuchtigkeit etwas unkomplizierter.
Mehr über leichte Isolationsjacken liest du hier:
Die vielseitige Isolationsjacke – ein verlässlicher Begleiter draußen!
Mehr über Daunen liest du hier:
Daune als Isolation — Was ist Fill Power bzw. der FP-Wert?
Brauchst du in der Pause auch Isolation für die Beine, findest du in unserem Sortiment leichte Isolationshosen und -shorts sowie –röcke. Ein Isolationsrock lässt sich am einfachsten über die Kleidung ziehen und funktioniert auch für Männer.

Auch im Winter kann es regnen. Im Flachland und in tieferen Lagen sind die Winter oft ziemlich nass – dann solltest du auch wasserdicht unterwegs sein. Das bringt eigene Herausforderungen mit sich: Bei Frost kommt die Feuchtigkeit vor allem vom Schwitzen, liegen die Temperaturen über null, kommt sie zusätzlich von außen.
Bei Frost trägt man in Bewegung selten Hardshells, weil es deutlich atmungsaktivere Kleidung gibt. Bei Regen ist eine gut atmungsaktive, wasserdichte Hardshelljacke aber Gold wert – und die brauchst du auf Touren ohnehin das ganze Jahr.
Mehr über Hardshelljacken liest du hier:
Warum ist eine gute Hardshelljacke so vielseitig?
Bei richtig starkem Regen kann auch eine wasserdichte Hardshellhose nötig sein.

Die Kombination aus Hardshell- und leichter Daunenjacke ist sehr warm und funktioniert gut in Pausen und im Camp. Achte beim Kauf der Hardshelljacke darauf, dass darunter genug Platz für eine Isolationsschicht ist. Bei der Daunenjacke solltest du überlegen, ob du sie mit oder ohne Kapuze willst – Hardshelljacken haben meist ohnehin eine eigene. Die Hardshell schützt außerdem den leichten Außenstoff der Daunenjacke vor Ästen und Funken.
Was solltest du bei der Bekleidung noch beachten?
Die Bedeutung der Unterwäsche kann man kaum überschätzen. Baumwolle auf der Haut fühlt sich feucht kalt an, auch wenn du sonst warm angezogen bist. Merinowolle ist ein gutes Material für die Basisschicht. Funktionsunterwäsche aus Merinowolle transportiert Feuchtigkeit effektiv und wärmt auch dann noch, wenn sie feucht ist.
Mehr über Merinowolle liest du hier:
Merinowolle – von Natur aus technisch
Die Kälte erwischt meist zuerst die Finger. Bei richtig starkem Frost hilft die Zwei-Handschuh-Taktik: Du trägst einen dünnen Liner-Handschuh als Unterhandschuh und darüber einen richtig warmen Winterhandschuh. Musst du etwas mit den Fingern erledigen, reicht es meist, nur den Überhandschuh auszuziehen. So fasst du kalte Gegenstände nicht mit bloßen Händen an – über die würde die Kälte sonst schnell in die Hände ziehen.

Fäustlinge sind wärmer als Fingerhandschuhe, Fingerhandschuhe sind dafür besser, wenn Fingerfertigkeit gefragt ist. Auf eine lange Skitour kannst du ruhig beides mitnehmen – dann hast du für jede Situation das Passende.
Auch die Zehen frieren schnell. Hier helfen warme Socken aus Merinowolle, die du auch doppelt tragen kannst. Die Schuhe müssen weit genug sein, damit sie die Isolation nicht zusammendrücken. Ein zu enger Schuh ist ein kalter Schuh.
Reicht die Isolation allein nicht, um Finger oder Zehen warm zu halten, findest du in unserem Sortiment auch elektrische und chemische Wärmesohlen und Wärmer.
Über den Kopf verlierst du schnell viel Wärme, deshalb lohnt es sich, auf die Kopfbedeckung zu achten. Auf längeren Touren ist es sinnvoll, mehrere Mützen dabeizuhaben – so hast du Auswahl für unterschiedliches Wetter und unterschiedliche Aktivitäten. Eine Fellmütze ist sehr warm und ideal im Camp, in Bewegung wird es darunter aber oft zu heiß.
Fortbewegung in der winterlichen Natur
Der Winter eröffnet dir viele neue Möglichkeiten, dich draußen fortzubewegen: auf Ski, auf Schlittschuhen, mit Schneeschuhen oder sogar mit dem Tretschlitten. Im Flachland liegt meist so wenig Schnee, dass du im Wald fast immer mit normalen Schuhen auskommst. In schneereichen Regionen wie den Mittelgebirgen oder den Alpen liegt dagegen oft so viel Schnee, dass du dich im Tiefschnee ohne Hilfsmittel praktisch nicht fortbewegen kannst.

In tieferen Lagen brauchst du oft Schuhe mit gutem Grip. Bei richtig glatten Bedingungen sind Schuhe mit Griffsohle oder Spikes die sichere Wahl. Mehr dazu in unserem Ratgeber:
Ein normaler, steifer Wanderschuh ist als Winterschuh oft keine gute Wahl. Die steife Sohle bietet nicht den besten Halt, und der Fuß arbeitet kaum mit – deshalb friert er schneller. Im Winter ist ein speziell dafür entwickelter Winterschuh die naheliegende Wahl. Wasserdichte Schuhe sind in nassen Wintern im Flachland sehr praktisch.
Skifahren
Liegt mehr Schnee, bist du auf Ski schneller und mit weniger Kraftaufwand unterwegs als zu Fuß. Die Wahl des richtigen Tourenski ist nie ganz einfach. Als Faustregel gilt aber: Im offenen Fjell oder über der Baumgrenze funktioniert ein Fjellski am besten, im Wald ein Waldski.
Auf hartem Schnee im offenen Gelände brauchst du eine Stahlkante, die greift, und ein schmalerer Ski schneidet besser. Auf Fjellski kannst du Steigfelle aufziehen, wenn es bergauf geht oder du die Pulka durch schwieriges Gelände ziehst. Der Fjellski ist damit eine der verlässlichsten Optionen für Wintertouren.
Im Wald bietet ein langer, breiter Ski maximale Auflagefläche und Tragfähigkeit im weichen Schnee. Bist du hauptsächlich im Wald und im Tiefschnee unterwegs, ist ein Waldski eine gute Wahl.
Mehr dazu:
RATGEBER: TIEFSCHNEE- UND BACKCOUNTRY-SKITOUREN

Kurze Waldski mit fest montiertem Steigfell, sogenannte Gleitschneeschuhe (Skishoes), sind in vielen Geländearten vielseitig einsetzbar. Ihr Vorteil ist die Wendigkeit durch die kurze Länge. Ein kurzer Ski funktioniert auch im Camp – bei Touren im weichen Schnee brauchst du dann keine extra Schneeschuhe. Mit einer EA-Bindung kannst du einen normalen, warmen Winterschuh tragen, sodass du oft keine separaten Campschuhe brauchst.
In unserem Sortiment findest du Ski von OAC in mehreren Modellen für unterschiedliche Einsatzzwecke. Mehr dazu in unserem Blog:
OAC GLEITSCHNEESCHUHE — KAUFBERATUNG

Die Länge der Stöcke beim Skiwandern liegt meist bei 80–85 % der Körpergröße. Auf hartem Schnee funktioniert ein kürzerer Stock besser. Bei weichem Schnee sinkt auch der Stock tiefer ein und braucht deshalb mehr Länge. Mit einem Teleskopstock passt du die Länge an die Bedingungen an – dafür hast du ein Teil mehr, das kaputtgehen kann.
Auch die Größe des Stocktellers wählst du nach Schneeart. Im weichen Tiefschnee funktioniert ein größerer Teller besser, weil er nicht so tief einsinkt.
In unserem Sortiment findest du auch Langlauf– und Alpinski-Ausrüstung.
Tourenschlittschuhlaufen
Dass du bei den OAC-Ski einen normalen Winterschuh in die Bindung stecken kannst, ist ein Vorteil – hat aber auch einen Nachteil: Die Bindung gibt nicht so viel Halt wie die Bindung eines Fjell- oder Freerideski .
Willst du mehr Halt, ist zum Beispiel eine NNN-BC-Bindung eine gute Wahl, für die es auch warme Skischuhe gibt. Dieselbe Bindung und denselben Schuh kannst du auch an Tourenschlittschuhen nutzen – das spart Geld. Tourenschlittschuhlaufen ist eine großartige Art, sich in der Natur zu bewegen. Es birgt aber auch einige Risiken, deshalb empfehlen wir Einsteigern einen Kurs.
Schneeschuhwandern
Schneeschuhe sind praktisch, vor allem wenn das Gelände für Ski zu schwierig ist. Das Gehen mit Schneeschuhen kostet allerdings mehr Energie als Skifahren und ist deshalb für längere Touren nicht ideal.

In unserem Sortiment findest du viele Schneeschuhe. Berücksichtige bei der Wahl dein Körpergewicht und das Gewicht deines Rucksacks. Grundsätzlich trägt ein größerer Schneeschuh im weichen Tiefschnee besser, ein kleinerer funktioniert besser auf bereits präparierten Schneeschuhtrails.
Brauche ich eine Pulka?
Auch im Winter kannst du mit Tages- oder Trekkingrucksack losziehen, genau wie im Sommer. Für eine lange Skitour lohnt es sich aber, über eine Pulka nachzudenken. Ein schwerer Rucksack drückt dich tiefer in den Schnee und erschwert das Gleichgewicht. Bequem ist er auch nicht, und am Rücken schwitzt du schnell durch. Und wenn du mit Rucksack in den Tiefschnee fällst, kostet das Aufstehen jede Menge Kraft.

Mit einer Pulka kannst du mehr Gewicht transportieren. Übertreib es aber nicht: Eine zu schwere Pulka ist mühsam zu ziehen und sinkt im weichen Schnee tiefer ein.
Zur Pulka brauchst du außerdem einen Zuggurt bzw. ein Geschirr und Zugstangen. Die werden manchmal separat verkauft. Im offenen Gelände kannst du die Pulka auch mit einem Seil ziehen, aber Zugstangen halten sie besser auf Kurs und verhindern, dass sie dir in die Fersen rutscht. Die Stangen können gekreuzt oder gerade sein: Gerade Zugstangen funktionieren besser im offenen Gelände, gekreuzte machen die Pulka im Wald wendiger.
Was du unterwegs beachten solltest
Im Winter sind die Tage kurz. Prüf vorher, wann die Sonne untergeht. Auch wenn du vor Einbruch der Dunkelheit wieder aus dem Wald sein willst, nimm zur Sicherheit eine Lampe mit. Es läuft nicht immer alles nach Plan.
Mehr über Stirnlampen liest du hier:
Ratgeber: So findest du die richtige Stirnlampe!

Auch die Orientierung ist im verschneiten Gelände schwieriger als im Sommer. Manchmal kannst du deinen eigenen Spuren zurück folgen, manchmal verweht ein Schneetreiben sie im Nu. In beliebten Gebieten vermischen sich deine Spuren außerdem mit denen anderer.

Bei Frost machen Akkus schnell schlapp, und Touchscreens funktionieren nicht immer. Am sichersten ist es, wenn du lernst, mit Karte und Kompass zu navigieren.
Schwitzen ist bei Kälte oft ein größeres Problem als Frieren. Vermeide zu starkes Schwitzen und denk daran, genug zu trinken. Bei strengem Frost können Getränke gefrieren. Bewahre dein Wasser deshalb in einer Thermosflasche auf – manchmal reicht es auch, die Trinkflasche zum Beispiel in eine Wollsocke zu stecken.
Starker Wind und Schneetreiben können die Sicht rauben und dich schnell auskühlen. Gerade im offenen Gelände solltest du auf Wintertouren eine Skibrille oder Ähnliches dabeihaben, die vor Schneetreiben schützt. Eine Sturmhaube schützt Nacken, Hals und Gesicht vor starkem Wind. Eine Sonnenbrille ist oft unverzichtbar, denn die weiße Schneedecke reflektiert das Sonnenlicht stark.
Kochen und Wasserversorgung im Winter
Kochen
Die größte Herausforderung beim Kochen im Winter ist strenge Kälte. Sie bringt vor allem Kocher an ihre Grenzen und macht es schwerer, Essen warm zu halten. Die Wasserversorgung ist in einem schneereichen Winter dagegen oft sogar einfacher als bei Sommerhitze.

Bei richtig strengem Frost reicht die Leistung eines klassischen Spirituskochers oft nicht aus, und allein das Schmelzen von Schnee dauert ewig. Ein Gaskocher liefert mehr Leistung. Normale Gaskartuschen vertragen etwas Frost, im Winter empfehlen wir aber Wintergas. Primus verspricht zum Beispiel, dass sein Winter Gas noch bei -22 ºC funktioniert. Nimm diesen Wert mit Vorsicht: Neben der Temperatur spielen auch Luftdruck, Wind und der Kocher selbst eine Rolle.
Sinkt die Temperatur auf rund -20 Grad, wird der Gaskocher unzuverlässig und verliert deutlich an Leistung. Dann ist ein Benzinkocher bzw. ein sogenannter Mehrstoffkocher die richtige Wahl. Praktisch ist dazu eine Kocherbox, in der Kocher und Brennstoffflasche Platz finden.
Mehr über Kocher liest du hier:
Den richtigen Campingkocher wählen — verschiedene Kocher im Überblick

Weitere Möglichkeiten zum Kochen und Wasserkochen sind offenes Feuer und ein Hobo-Kocher. Denk beim Feuermachen daran, dass auch ein Gasfeuerzeug bei starkem Frost streiken kann. Gute Alternativen sind dann Streichhölzer, ein Benzin- oder Plasmafeuerzeug. Anzündwürfel erleichtern das Entfachen.
Für ein Feuer brauchst du immer die Erlaubnis des Grundstückseigentümers. In Nationalparks ist Feuer zum Beispiel in der Regel nur an offiziellen Feuerstellen erlaubt.
Feuerzeuge, Anzündwürfel und Streichhölzer findest du hier.
Im Winter sind Thermosflaschen sehr praktisch – es gibt sie für Getränke und auch für Essen. Für eine Tagestour kannst du Kaffee oder Suppe schon zu Hause kochen und draußen genießen. Auf einer Skitour kochst du morgens das Wasser für die Etappe und/oder die Mittagssuppe vor. Nutzt du fertige Trekkingmahlzeiten, kannst du vorgekochtes Wasser mitnehmen oder die Mahlzeit direkt im Speisegefäß “ziehen” lassen.

Rechne vor einer Wintertour aus, ob du genug Kalorien dabeihast. Wer im Sommer 2000 kcal verbraucht, kann auf einer Skitour bis zu 5000 kcal verbrennen. Mit einem Energiedefizit frierst du schneller – und gut für die Motivation ist es auch nicht.
Wasserversorgung
Wie schon erwähnt, bekommst du im verschneiten Winter Wasser ganz einfach – aus Schnee natürlich. Schnee nimmt Schadstoffe aus der Luft auf, sammle Trinkschnee deshalb nicht in der Nähe großer Straßen. Schau dir den Schnee vor der Verwendung auch sonst genau an – gelben Schnee willst du nicht trinken.

Den Schnee schmilzt du im Topf und lässt das Wasser dann gründlich kochen, damit Bakterien abgetötet werden. Geschmolzenes Schneewasser entspricht allerdings destilliertem Wasser – ihm fehlen Salze und Mineralien. Deshalb hydriert es nicht so gut wie Wasser direkt aus einem Gewässer. Du kannst aber Salz, Zucker oder verschiedene Pulver hinzufügen.
Schnee zu schmelzen ist mühsam. Plane genug Zeit dafür ein, damit du für die Etappen ausreichend Wasser dabeihast. Trink das Wasser am besten warm, denn kaltes Wasser kühlt den Körper aus und kostet Energie (der Körper muss mehr heizen). Wie viel du trinken musst, hängt stark davon ab, wie viel Flüssigkeit du verloren hast – auf einer Skitour sind es schnell mehrere Liter am Tag.
Am Feuer schmilzt Schnee schnell, das Wasser schmeckt aber bald nach Rauch, und dann hast du wenig Lust, es zu trinken. Abhilfe schaffen zum Beispiel Saftkonzentrat oder Hart-Sport-Pulver. Ein guter Trick sind auch frischer Ingwer und Zitrone, die du für den Geschmack mit kochendem Wasser in die Thermosflasche gibst.

Selbst bei strengem Frost frieren nicht alle natürlichen Gewässer zu. Quellen und schnell fließende Bäche bleiben manchmal das ganze Jahr offen. Gehst du im Winter gern Eisangeln, bekommst du dein Trinkwasser einfach aus dem Eisloch. Ist das Eis nicht allzu dick, kannst du es auch mit der Axt aufschlagen. Bei etwas dickerem Eis hackst du mit der Axt eine Mulde, schlägst am Boden ein Loch – zum Beispiel mit einem Eisenstab – und die Mulde füllt sich mit Wasser, das du bequem in die Flasche schöpfen kannst.
Bei Kälte ist Wasser meist sauberer, trotzdem lohnt ein Blick auf die Karte: Wo entspringt das Gewässer? Gibt es auf dem Weg Häuser, Felder oder Ähnliches, die das Wasser verschmutzen könnten? Ob das Wasser riecht oder seltsam aussieht, merkst du bei genauem Hinsehen.
Wenn du willst, kannst du das Wasser auch filtern. Filtern tötet – genau wie Abkochen – praktisch alle Bakterien und Protozoen ab. Beachte aber: Viele Filter gehen kaputt, wenn Wasser in ihnen gefriert.
Auswahl und Aufbau der Unterkunft im Winter
Die Wahl der Unterkunft ist ein etwas umfangreicheres Thema, und wer viel draußen unterwegs ist, besitzt schnell mehr als eine. Für unterschiedliche Zwecke eignen sich unterschiedliche Lösungen.
Die häufigste Unterkunft, vor allem im Winter, ist das Zelt. Mehr über Zelte liest du hier:
Tipps zur Zeltwahl — Tunnel-, Kuppelzelt oder etwas anderes?

Bei unseren Trekkingzelten ist angegeben, ob ein Zelt für alle vier Jahreszeiten geeignet ist. Besitzt du bereits ein Zelt, das kein sogenanntes 4-Jahreszeiten-Zelt ist, heißt das nicht, dass du es im Winter nicht nutzen kannst. Ganzjahreszelte funktionieren aber besser und zuverlässiger: Sie halten starkem Wind und Schneefall stand, haben eine gut funktionierende Belüftung und praktische Winterdetails wie Schneeschürzen.
Wie du das Zelt im Winter aufbaust, hängt unter anderem vom Zeltmodell, der Schneelage und deinen eigenen Vorlieben ab. Manchmal lohnt es sich, eine große Grube in den Schnee zu graben (bei Gruppenzelten), manchmal baust du das Zelt besser auf dem Schnee auf und gräbst zum Beispiel in der Apsis (dem Vorraum) eines Tunnelzelts eine separate Küche. Manchmal reicht es auch, den Schnee unter dem Zelt festzutreten. Ohne Schnee kann der Boden gefroren sein – dann brauchst du robuste Zeltheringe, die du mit Kraft durch den Frost schlagen kannst.
Im Schnee lassen sich die Abspannleinen auf verschiedene Arten befestigen. Statt eines Herings kannst du einen Ski oder Stock nehmen, die Leine an einem Ast festknoten und ihn im Schnee eingraben und festtreten oder echte Schneeheringe verwenden, die für Schnee und Sand entwickelt wurden.
Gute Belüftung ist im Winter eine wichtige Eigenschaft eines Zelts. Körper und Atem geben viel warme Feuchtigkeit ab, die im Zelt bleibt, wenn die Belüftung nicht funktioniert.
In unserem Sortiment findest du auch Zelte mit Ofen, wie die Gruppenzelte von Savotta.

Andere Möglichkeiten sind zum Beispiel Hängematte und Tarp. Übernachten kannst du auch in einer Schutzhütte, unter einem offenen Unterstand, in einer Schneehöhle, unter freiem Himmel oder unter den tief hängenden Ästen einer Fichte.
Übernachten bei Frost
Im Winter ist es wichtig, ausreichend warme Schlafausrüstung dabeizuhaben. Isomatte und Schlafsack darfst du ruhig etwas großzügiger dimensionieren, damit du nachts nicht frierst. Warme Ausrüstung gibt dir auch Selbstvertrauen – du musst keine Angst vor dem Frieren haben. Wird es unerwartet kalt, kannst du jederzeit das Camp aufschlagen und den Abend im warmen Schlafsack verbringen.
Mehr zur Wahl von Schlafsack und Isomatte liest du hier:
Schlafsack und Isomatte wählen — So stellst du ein funktionierendes Schlafsystem zusammen

Wird der Abend kälter als vorhergesagt und du hast das Gefühl, dass Isomatte und/oder Schlafsack nicht für eine warme Nacht reichen, ist noch nicht alles verloren. Die richtige Kleidung im Schlafsack ist sehr wichtig – oft genügt schon ein trockenes Merino-Unterwäscheset. Bei richtig strenger Kälte kannst du aber weitere Schichten anziehen – dafür eignet sich die Mittelschicht (Fleece, Wolle und Daune). Iss und trink vor dem Schlafengehen ausreichend. Bist du beim Hinlegen schon durchgefroren, wird dein Körper nicht so schnell warm. Mach dann kurz vor dem Reinschlüpfen in den Schlafsack ein paar Übungen oder wärm dich am Feuer auf.
Hilft auch das nicht, kannst du eine Trinkflasche mit kochendem Wasser als Wärmflasche mit in den Schlafsack nehmen. Steck die Flasche zum Beispiel in eine Wollsocke und vergewissere dich, dass sie kochendes Wasser verträgt. Gut geeignet sind zum Beispiel die Tritan-Trinkflaschen von Nalgene.

Das waren die Grundlagen des Wintertrekkings in kompakter Form. Ganz so kompakt ist der Beitrag dann doch nicht geworden – wir hoffen aber, dass er dir weiterhilft und du dich traust, selbst auszuprobieren, wie dir Wintertouren gefallen.
Schöne Wintertouren wünscht dir Scandinavian Outdoor [U+1F642]