Trekking

Das Zwiebelprinzip kompakt erklärt

Vom Zwiebelprinzip hat wohl jeder schon einmal gehört. Wer in einem kalten Klima lebt, lernt zwangsläufig, sich warm anzuziehen. Aber worum geht es beim Zwiebelprinzip eigentlich? Welche Aufgabe hat jede Bekleidungsschicht und welche Materialien eignen sich für welche Outdoor-Aktivität?

Unser Experte für diesen Ratgeber ist Esa, Filialleiter in unserem Geschäft in Kuninkoja. Esa ist schon lange in der Outdoor-Branche tätig, fährt das ganze Jahr über mit dem Fahrrad zur Arbeit und geht außerdem Skifahren, Langlaufen und Wandern. Seine Erfahrung kommt also nicht nur aus dem Job, sondern auch aus der Praxis.

„Mit dem Zwiebelprinzip kannst du bei jedem Wetter draußen unterwegs sein. Du bleibst trocken und warm und kannst deine Kleidung an die jeweilige Aktivität anpassen“, fasst Esa kurz zusammen.

Rausgehen kann man in fast jeder Kleidung. Mit durchdachter Outdoor-Bekleidung wird es aber deutlich komfortabler und funktioneller. Viele kennen das: Bei Kälte denkt man nur noch daran, wie man schnell wieder ins Warme kommt – und das schöne Wetter genießt man kaum.

Mit dem Drei-Schichten-Prinzip lässt sich die Kleidung leicht anpassen, wenn auf schweißtreibende Bewegung langes Stehen in der Kälte folgt.

Das Drei-Schichten-Prinzip ist eine bewährte Methode, sich vor allem bei kaltem Wetter zu kleiden. Du kannst auch mehr Lagen tragen – entscheidend ist, dass die Kleidung drei Funktionen erfüllt.

Die Idee dahinter: Die Basisschicht direkt auf der Haut leitet Feuchtigkeit effektiv nach außen. Die Isolationsschicht in der Mitte ist luftig und wärmt. Die äußere Wetterschutzschicht hält Wind und Regen ab.

1. Das Zwiebelprinzip beginnt mit der Funktionsunterwäsche

Die wichtigste Aufgabe der Funktionsunterwäsche ist es, die Haut trocken zu halten. Bei Bewegung produziert dein Körper Wärme, du beginnst zu schwitzen – und der Schweiß muss durch die Unterwäsche zu den äußeren Schichten gelangen. Bleibt die Unterwäsche feucht, fühlt sie sich kalt an. Gute Funktionsunterwäsche sitzt körpernah und eng, schränkt die Bewegungsfreiheit aber nicht ein.

Beim Feuchtigkeitstransport spielt das Material eine zentrale Rolle. Der alte Spruch “Baumwolle tötet” kommt daher, dass Baumwolle viel Feuchtigkeit aufnimmt, langsam trocknet und sich deshalb kalt anfühlt. Verzichte also auf Baumwolle. Selbst wenn du sonst warm angezogen bist, reichen eine Baumwollunterhose oder ein Baumwoll-BH, damit du frierst.

Wähle das Material der Funktionsunterwäsche passend zur Aktivität. Die gängigsten Materialien für Outdoor-Unterwäsche sind Merinowolle, Kunstfaser, Seide oder Mischungen daraus.

Merinowolle ist ein gutes Material für Funktionsunterwäsche auf Touren. Caj zieht sich für die Pause über das Funktionsshirt Devold Expedition Man Zip Neck eine leichte Haglöfs –Isolationsjacke und darüber als Funkenschutz das Fjällräven Canada Shirt.

Merinowolle eignet sich sehr gut für Aktivitäten, bei denen du nicht übermäßig schwitzt. Sie wärmt auch im feuchten Zustand, ist von Natur aus antibakteriell und muss nach dem Tragen meist nur gelüftet werden. Deshalb greifen die meisten beim Trekking und Paddeln zu Merino. Bei Mehrtagestouren in der kalten Jahreszeit sind zwei Garnituren verbreitet: eine wärmere fürs Lager und eine dünnere für die Etappen tagsüber. Die dünne Garnitur kannst du im Lager trocknen und vorwärmen, damit sie am nächsten Morgen angenehm ist.

Einer unserer beliebtesten Hersteller von Merino-Unterwäsche ist Devold. Das Sortiment ist breit aufgestellt. Die Breeze-Serie ist die leichteste und atmungsaktivste und passt gut zu schweißtreibenden Aktivitäten. Die Hiking-Serie ist etwas wärmer und eignet sich für Wanderungen, bei denen du weniger schwitzt. Sie wird im Herbst 2022 durch die Lauparen-Serie ersetzt. Die Duo Active-Serie ist noch wärmer als die Hiking-Serie. Ihre Besonderheit: Innen besteht sie aus technischem, sehr atmungsaktivem ThermoLite®-Material, außen aus warmer Merinowolle. Devolds wärmste Unterwäscheserie ist Expedition, gemacht für sehr kalte Bedingungen. Innen besteht sie zu 100 % aus Merinowolle, außen aus einer robusteren Mischung mit 90 % Merinowolle und 10 % Polyamid.

Weitere Hersteller von Merino-Unterwäsche in unserem Sortiment sind unter anderem Fjällräven, Svala, Smartwool, Aclima, Halti, Lasting, Supernatural und Mons Royale.

Kunstfaser ist eine gute Wahl für die Unterwäsche, wenn du viel schwitzen wirst.

Kunstfasern transportieren Feuchtigkeit schneller als Merinowolle zu den äußeren Schichten. Deshalb ist Kunstfaser-Unterwäsche bei Langläufern, Radfahrern und bei anderen Aktivitäten mit hohem Puls beliebt.

Bei intensiver Bewegung ist zum Beispiel die Kombination aus Kunstfaser-Unterwäsche und einem Softshell-Anzug bewährt. Wird es kälter, kannst du die Kunstfaser-Unterwäsche durch Merino ersetzen und bei Bedarf noch eine Isolationsschicht ergänzen.

Technische Funktionsunterwäsche aus Kunstfaser findest du bei uns zum Beispiel von folgenden Herstellern: Odlo, Helly Hansen, Halti und Svala

Es gibt auch Unterwäsche aus einer Mischung von Merinowolle und Kunstfaser – so hält das Merinoprodukt mehr Beanspruchung aus. Manche Modelle setzen Merinowolle dort ein, wo Wärme gebraucht wird, und Kunstfaser an Stellen, an denen Atmungsaktivität und Elastizität wichtig sind. In unserem Sortiment findest du außerdem Windstopper-Unterhosen mit winddichten Einsätzen an kälteempfindlichen Stellen. Langläufer und Radfahrer tragen sie zum Beispiel, um den Wind abzuhalten, der durch den Reißverschluss dringt.

Weitere Details, auf die du beim Funktionsshirt achten solltest: Kragen, Kapuze, Reißverschluss und Daumenlöcher.

Ein langer Ärmel mit Daumenloch wärmt zusätzlich am Handgelenk und unterbricht dort effektiv Kältebrücken. Im Bild: Devold Expedition Man Zip Neck.

2. Ein wichtiger Teil des Zwiebelprinzips: die luftige Isolationsschicht

Die mittlere Schicht dient als Isolation. Wärme wird auf drei Arten übertragen: durch Wärmeleitung, durch Konvektion (Luftströmung) und/oder durch Wärmestrahlung. Ruhende Luftpolster verhindern Wärmeleitung und Konvektion wirksam – Luft ist also ein sehr guter Isolator. Am besten binden Daunen, Wolle und Kunstfasern die Luft in der Kleidung.

Eine gut funktionierende Isolationsschicht leitet die Feuchtigkeit aus der Basisschicht weiter nach außen. Bleibt Feuchtigkeit in der Isolationsschicht hängen, isoliert sie schlechter.

Esas Empfehlung, das Svala Powerstretch, funktioniert sehr gut als Midlayer unter einer Hardshelljacke. Das Außenmaterial des Powerstretch klebt nicht am Innenmaterial der Jacke, und die Atmungsaktivität bleibt erhalten.

Die Isolationsschicht kann – je nach Aktivität und Außentemperatur – aus einem oder mehreren Kleidungsstücken bestehen. Gute Materialien für die Isolationsschicht sind Merinowolle, Wolle, Fleece und Daune.

Wenn Aktivität und Temperatur wechseln, solltest du die Isolationsschicht entsprechend anpassen können. Schwitzt du stark, reicht oft schon die Funktionsunterwäsche unter der äußeren Schicht. Bei ruhigerer Bewegung brauchst du etwas mehr luftige, gut atmungsaktive Isolation. Dafür eignen sich luftige Fleeces und bei richtig kaltem Wetter Pullover aus Merino oder Wolle. In der Pause solltest du sofort eine warme Schicht unter die äußere Lage ziehen – ideal sind klein verpackbare leichte Isolationsjacken und leichte Daunenjacken. Mehr zu leichten Isolationsjacken liest du in unserem Blog.

Die Halti Klaidu Fleece ist eine sehr warme Flauschfleecejacke, die du als Isolationsschicht oder als äußere Schicht tragen kannst.

Bei der Isolationsschicht lohnt sich ein Blick auf Kragen, Taschen, Gewicht und Bauschkraft. Die größte Frage: mit oder ohne Kapuze? Die Kapuze eines Midlayers ist meist recht klein und stört im Nacken nicht, wenn du sie nicht aufhast. Pullover und Jacken mit Kapuze haben oft auch einen besser schützenden Kragen. Eine leichte Isolationsjacke mit Kapuze wie die Haglöfs Expedition Lätt Hoodie funktioniert auch als äußere Jacke – dann wärmt die Kapuze gut und sieht dazu noch gut aus. Unter einer Hardshelljacke kann sie dagegen zu warm sein. Ohne Kapuze ist eine leichte Isolationsjacke außerdem leichter, braucht im Rucksack weniger Platz und ist meist günstiger.

Auch dicke Merino-Unterwäsche wie die Devold Expedition-Serie eignet sich als Isolationsschicht. Darunter trägst du dann am besten technische Kunstfaser-Unterwäsche.

3. Der letzte Teil des Zwiebelprinzips: die schützende Außenschicht

Die Hauptaufgabe der Außenschicht ist der Schutz vor Wind und Nässe. Gleichzeitig hält sie die warme, isolierende Luft in der Isolationsschicht. Deshalb muss sie weit genug geschnitten sein, damit die Isolation darunter Luft hat. Beim Drei-Schichten-Prinzip muss die Feuchtigkeit aus Basis- und Isolationsschicht auch durch die Außenschicht entweichen können, damit sie nicht in der Kleidung bleibt.

Bei trockenem Wetter eignen sich winddichte Hosen und Jacken, Softshelljacken und Outdoorjacken als Außenschicht. Bei Regen ist eine atmungsaktive, komplett wasserdichte Hardshelljacke die beste Lösung. Für die Beine reichen meist zwei Schichten – lange Unterhosen ziehst du erst bei Kälte an. Fängt es auf einer Tour an zu regnen, kannst du eine wasserdichte Regenhose für die Dauer des Schauers über die Wanderhose ziehen.

Eetu trägt im Bild eine Langlaufjacke aus Softshell, die sich auch im Alltag gut macht.

Softshelljacken tragen sich angenehmer als eine wasserdichte Hardshelljacke und sind dank guter Atmungsaktivität vielseitiger einsetzbar. Das Innenfutter ist weich angeraut, sodass sich die Jacke auch direkt über der Funktionsunterwäsche gut anfühlt – ganz ohne Plastikgefühl. Vor Regen schützt eine Softshelljacke in der Regel nicht, dafür atmet sie besser als eine komplett wasserdichte Hardshelljacke.

Heidi trägt den Sasta Katmai-Anorak. Der Stoff aus Bio-Baumwolle (35 %) und recyceltem Polyester (65 %) ist ab Werk mit Nikwax Cotton Proof wasserabweisend imprägniert.

Outdoorjacken sind, wie der Name sagt, vor allem für Touren gemacht, funktionieren aber auch beim Spazierengehen und im Alltag. Komplett regendicht sind sie nicht, doch Jacken aus Baumwollmischgewebe wie die Fjällräven Keb Jacket lassen sich oft wachsen und werden so wasserabweisend. Outdoorjacken atmen gut, tragen sich angenehm und bieten viele praktische Details: reichlich Taschen, gut einstellbare Kapuzen, Stretchmaterialien und Belüftungsöffnungen mit Reißverschluss.

Die Haglöfs Roc GTX-Serie setzt auf robustes 3-Lagen-Material für intensive Nutzung.

Eine komplett wasserdichte Hardshelljacke ist die richtige Wahl, wenn Regen zu erwarten ist und du mehr Atmungsaktivität willst als bei einer normalen Regenjacke. Eine einfache Regenjacke atmet praktisch gar nicht – anders als eine Gore-Tex-Hardshelljacke, die den Regen draußen hält und den Wasserdampf vom Schwitzen nach außen lässt. Neben der Atmungsaktivität punktet eine Hardshelljacke mit geringem Gewicht und kleinem Packmaß. Du kannst sie das ganze Jahr über tragen, auch in der Stadt. Mehr dazu erfährst du in unserem Blogbeitrag über Hardshelljacken.

Bei richtig kaltem Wetter ist eine Winterjacke eine gute äußere Schicht. Es gibt sie auch komplett wind- und wasserdicht. Mehr über Winterjacken liest du in diesem Blogbeitrag.

Außerdem wichtig bei der Wahl der Außenjacke: Sie muss zu deinen Aktivitäten passen. Beim Skifahren ist es praktisch, wenn die Kapuze über den Helm passt. Skijacken haben meist auch einen Schneefang, RECCO-Reflektoren, Sicherheitstaschen und Ähnliches.

Beim Trekking ist eine Hardshelljacke sinnvoll, deren Fronttaschen nicht unter dem Hüftgurt des Rucksacks verschwinden. Unterarm-Belüftungen verbessern die Atmungsaktivität, und die Wassersäule sollte über 20.000 mm liegen, wenn du einen Rucksack trägst und die Jacke dich trotzdem trocken halten soll.

Wenn du weißt, welche Aufgabe die einzelnen Schichten und Materialien haben, kannst du das Zwiebelprinzip selbst an verschiedene Situationen anpassen. Esa merkt außerdem an, dass viel zu wenige bei Kälte ihre Kapuze nutzen. Eine Kapuze bringt überraschend viel zusätzliche Wärme und Komfort. Überlege dir also schon beim Kauf, wofür du ein Kleidungsstück nutzen willst – und an welchen Teilen du eine Kapuze haben möchtest.

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Das Team von Scandinavian Outdoor freut sich auf deinen Besuch in unserem Geschäft oder in unserem Onlineshop, wo du dir unser breites Bekleidungssortiment genauer ansehen kannst. Unsere Outdoor-Fachleute helfen dir gern, die passende Kleidung für deine Aktivitäten zu finden.

Weiterlesen:

Die Eigenschaften von Merinowolle

Die vielseitige leichte Isolationsjacke

Die Eigenschaften von Gore-Tex

Funktionsunterwäsche und Midlayer im Onlineshop

Hardshelljacken im Onlineshop