Ratgeber: Die Welt des Skiwanderns im Tiefschnee und Backcountry
Im Winter ist Skilaufen in schneereichem Gelände eine natürliche und energiesparende Art, sich fortzubewegen. Skiwandern im Tiefschnee ist eine ganz andere Sportart als Langlauf auf der Loipe. Selbst wenn du als Kind nicht gern Ski gelaufen bist, könnte dir Backcountry-Skiwandern gefallen. Wenn du leise durch die winterliche Natur ziehst, erlebst du eine ganz eigene Freiheit. Du bist nicht an Loipen gebunden und gehst einfach dorthin, wo du willst.
Ausrüstung und Technik
Bekleidung
- Wähle passende Kleidung: atmungsaktiv, für das Zwiebelprinzip geeignet und nicht zu warm.
- Eine Windjacke und/oder wasserdichte Hardshelljacke/-hose sind bei jedem Wetter nützlich.
Ski und Ausrüstung
- Backcountry-Ski sind die empfehlenswerte Grundausstattung für viel Schnee (Fjellski, Waldski oder Schneeschuhski).
- Fjellski eignen sich für offenes Gelände und harten Schnee.
- Waldski tragen gut in tiefem, weichem Schnee im Wald.
- Schneeschuhski funktionieren vielseitig in unterschiedlichem Gelände.
Schuhe und Bindungen
- Für Fjell- und Waldski kannst du NNN-BC-Bindung und -Schuh wählen oder Spezialbindungen wie Finngrip Erä / Easy.
Stöcke
- Verstellbare Teleskopstöcke lassen sich an Schneetiefe und Gelände anpassen.
- Ein großer Teller verhindert, dass der Stock zu tief im Schnee versinkt.

Auf der Loipe hast du gute Gleiteigenschaften und kommst mit wenig Kraft schnell voran. Im Tiefschnee, vor allem wenn du einsinkst, stellt sich dieser Geschwindigkeitsrausch nicht ein. Der Ski gleitet unter dem Schnee nicht weit, und das Vorankommen kann ziemlich anstrengend sein. Nimmst du aber Tempo raus, wird es deutlich leichter – im Schritttempo sogar richtig entspannt. Manchmal erinnert Tiefschnee-Skiwandern eher an Gehen mit Ski an den Füßen. Nur musst du das Bein nicht so anheben und kannst den Ski gleiten lassen.

Im Spätwinter trägt die Schneedecke oft schon das Gewicht eines Skiläufers, dann kommst du noch leichter voran. Das Tempo bestimmen letztlich immer die Natur und die aktuellen Schneeverhältnisse.
Für Skiwandern im Tiefschnee brauchst du passende Kleidung. In zu warmer und schlecht atmender Kleidung kommst du auch im Winter schnell ins Schwitzen. Bei Wind brauchst du dagegen Schutz vor dem Wind. Und auch im Winter kann es regnen – das ist gar nicht so selten. Dann sind atmungsaktive, regendichte Shell-Kleidungsstücke praktisch.
Lies auch unseren Artikel über das Drei-Lagen-Prinzip.

Es gibt verschiedene Skitypen zur Auswahl. Liegt nicht viel Schnee oder trägt die Schneedecke gut, kannst du auch mit normalen Langlaufski losziehen. Meist lohnt sich aber ein Backcountry-Ski. In unserem Sortiment findest du dafür drei Varianten: Fjellski, Waldski oder Schneeschuhski.
Fjellski funktionieren am besten im Fjell und auf hartem, tragfähigem Schnee. Waldski sind eine gute Wahl, wenn die Schneedecke kaum trägt, also typischerweise im Wald. Schneeschuhski funktionieren fast überall und eignen sich als Allrounder. Trotzdem ist ein Fjellski im Fjell meist im Vorteil und ein Waldski im Wald.
Fjellski
Fjellski sind die häufigste Wahl für alle, die in Lappland unterwegs sind und sich auch in offenem Gelände bewegen, etwa auf Fjells und Mooren. Fjellski gibt es in verschiedenen Längen, auch bei der Breite hast du Auswahl. In tiefem Schnee trägt ein breiterer Ski besser und gibt dir mehr Stabilität unter den Füßen.

Wie der Name schon sagt, funktioniert der Fjellski auch auf Fjells mit windgepresstem Schnee. Die Stahlkante beißt sich selbst in harten Schnee und sorgt für seitlichen Halt. Ein langer Ski läuft außerdem gut und ist in der Abfahrt schneller.
Meist wird der Ski mit einer NNN-BC-Bindung kombiniert, für die du einen NNN-BC-Schuh brauchst. Bindung und Schuh ergeben zusammen eine stabile Kombination. Für einen breiteren Ski lohnt sich die breitere Magnum-Bindung.
Waldski
Waldski sind eine gute Wahl für richtig tiefen, weichen Schnee, wie du ihn oft im Wald findest. Die längere und breitere Form sorgt für gute Tragfähigkeit, macht den Ski aber auch unhandlicher, wenn du in engem Gelände wenden musst.

Bei sehr tiefem Schnee ist der lange, breite Waldski oft das einzige Modell, das nicht komplett einsinkt. Auf offenen Fjells ist er dagegen eher mühsam zu laufen.
Gängige Bindungen für Waldski sind die Finngrip-Erä-Bindung von Kuusamon Uistin, die mit Schuhen mit Sohlenrand funktioniert, oder die Finngrip-Easy-5.0-Bindung, die zu den meisten Winterschuhen passt. Eine weitere Option ist die EA-Bindung von OAC. Dazu wählst du am besten einen Schuh mit flexibler Sohle und knöchelstützendem Schaft.
Wenn du eine besonders stabile Bindung willst, passt auch die oben erwähnte BC-Bindung mit BC-Schuh gut zum Waldski.
Lange Waldski können fast drei Meter messen. Für sie brauchst du meist einen Dachträger am Auto, und der Transport kann etwas umständlich werden.
Schneeschuhski
Der Schneeschuhski ist ein vielseitiger Ski für den Tiefschnee. Das kürzeste Modell mit 120 cm funktioniert ein wenig wie ein Schneeschuh, die längeren Modelle sind dagegen richtige Ski zum Laufen. Schneeschuhski sind breit und tragen trotz ihrer kurzen Länge gut – wenn auch nicht ganz so gut wie Waldski.

Die längeren Schneeschuhski haben ebenfalls eine Stahlkante. Weil der Ski breit ist, lässt er sich aber schwer aufkanten, und der seitliche Halt ist schwächer als beim Fjellski. Im Tiefschnee funktioniert er trotzdem gut: Er trägt ordentlich und bietet etwas seitlichen Halt. Der Schneeschuhski ist in unterschiedlichstem Gelände vielseitig einsetzbar.
Die Tiefschneeski von OAC haben eine EA-Bindung, für die du am besten einen Schuh mit flexibler Sohle und knöchelstützendem Schaft wählst. Die Bindung ist nicht so steif wie die Kombination aus NNN-BC-Bindung und -Schuh. Das merkst du auf harten Fjellhängen und in der Abfahrt. Im Tiefschnee ist diese Steifigkeit aber nicht immer entscheidend. Gerade auf mehrtägigen Skitouren ist der Schneeschuhski praktisch, weil du oft keine separaten Lagerschuhe oder Schneeschuhe brauchst.
Kurze Schneeschuhski passen meist in den Kofferraum und lassen sich auch zu Hause leicht verstauen. In engem Gelände bewegst du dich mit einem kurzen Ski ebenfalls leichter.
Lies auch unseren Kaufratgeber für die Schneeschuhski von OAC.
Der richtige Stock für Tiefschnee
Beim Skiwandern im Tiefschnee beträgt die Länge des Stocks in der Regel 0,85 × deine Körpergröße. Je nach Schnee sinkt der Stock unterschiedlich tief ein, deshalb ist ein verstellbarer Teleskopstock eine gute Wahl. Als Teller wählst du am besten einen großen Schneeteller. So versinkt der Stock nicht zu tief im Schnee.