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Der Lagersommer ruft – welche Ausrüstung brauchen Pfadfinder fürs Lager?

Die besten Pfadfindererlebnisse entstehen im Sommer, wenn Lager, Wanderungen und die Segeltörns der Seepfadfinder zu echten Abenteuern werden. Damit das Lager für Pfadfinderinnen und Pfadfinder ein gelungenes Erlebnis wird, braucht es auch die passende Ausrüstung. Meist bekommst du bei der Anmeldung zum Lager eine Packliste vom Veranstalter. Hier trotzdem ein paar bewährte Tipps für gelungene Fahrten und Lager – egal, ob ein Kind oder ein Erwachsener ins Lager fährt.

Diese Ausrüstung brauchen Pfadfinder im Sommerlager:

  • Schlafsack: ausreichend warm und leicht
  • Isomatte: günstige und robuste Schaumstoffmatte oder komfortablere aufblasbare Matte
  • Trekkingrucksack/Rucksack: ein Rucksack in passender Größe für die Person, die ihn trägt
  • Outdoorbekleidung: wetterangepasste Kleidung nach dem Zwiebelprinzip
  • Kleinkram: Fahrtenmesser, Stirnlampe, Trinkflasche und Sitzkissen
  • Essen: Teller, Becher, Gabel, Löffel und Messer
  • Sonstiges: Reisehandtuch, Packsäcke, Moskitonetz-Hut und Powerbank

Ein warmer Schlafsack sorgt für eine ruhige Nacht im Lager

Im Sommerlager übernachten Pfadfinder meist im Zelt. Auch wenn die Sommertage warm sind, können die Nächte ziemlich kühl werden. Die wichtigste Grundausrüstung für jede Fahrt sind deshalb Schlafsack und Isomatte.

Beim Schlafsackkauf lohnt es sich, ein langlebiges und angenehm warmes Modell zu wählen. Die wichtigsten Eigenschaften für Pfadfinderfahrten sind Wärmeleistung, Packmaß und ein vernünftiges Gewicht. Wärme brauchst du vor allem auf Touren im Frühjahr und Herbst, wenn ihr zum Beispiel im Zelt oder unter dem Tarp schlaft. Ein Schlafsack mit kleinem Packmaß lässt sich leichter im Rucksack verstauen, wenn die Lagersachen zusammengepackt werden. Auch das Gewicht spielt eine Rolle – besonders, wenn die Gruppe zu einer mehrtägigen Tour in die Berge oder zu einer Wochenendwanderung aufbricht.

Bei Wölflingen ist es verständlich, dass man für ein kleines Kind einen preiswerten Schlafsack sucht. Denk aber daran: Ein guter Schlafsack hält bei richtiger Pflege viele Jahre, und selbst wenn das Pfadfinderhobby nicht die ganze Jugend über anhält, findet ein Schlafsack immer Verwendung. Es lohnt sich also, schon für Wölflinge einen Schlafsack in Erwachsenengröße zu kaufen, der auch im Teenageralter noch passt. Bei kleineren Kindern kannst du das Fußteil verkürzen, zum Beispiel mit einem weichen, breiten Gurt, oder den leeren Raum im Fußbereich mit einer Fleecedecke füllen.

Mehr zur Wahl des Schlafsacks.

Die Isomatte passend zur Person wählen

Bei der Isomatte solltest du überlegen, welches Material für dein Kind am besten passt. Die einfachste, günstigste und zuverlässigste Wahl ist eine dichte Schaumstoffmatte, die sich schnell ausrollen und wieder verpacken lässt. Selbst die jüngsten Wölflinge lernen, die Matte selbst aufzurollen – eine nützliche Fähigkeit im Lager.

Ein weiterer Vorteil der Schaumstoffmatte ist ihre Robustheit. Sie verträgt auch grobe Behandlung und funktioniert im Winter im Zelt mit Zeltofen – anders als eine aufblasbare Matte.

Eine aufblasbare Isomatte ist angenehm weich, verlangt aber Sorgfalt. Für Grundschulkinder kann das Aufblasen und Entleeren eine echte Herausforderung sein. Generell lohnt es sich, das Packen von Schlafsack und Isomatte zu Hause zu üben, damit dein Kind beides allein schafft.

Mehr zur Wahl der Isomatte.

Rucksack auf und los

Für das Pfadfinderlager wird die Ausrüstung in einen Trekkingrucksack oder Rucksack gepackt – so, dass die Pfadfinder ihn selbst tragen können. Der Rucksack sollte zum Körper der Person passen, die ihn trägt. Ein Wölfling braucht nicht unbedingt denselben Rucksack wie ein Jungpfadfinder, der schon in die siebte Klasse geht.

Für junge Pfadfinder sind Kinder- und Jugendrucksäcke meist die bessere Wahl, weil die Körperproportionen von Schulkindern anders sind als bei Erwachsenen. Mit dem Wachstum muss der Rucksack irgendwann ersetzt werden, damit er sich weiterhin richtig an den Rücken anpassen lässt. Die passende Größe findest du am besten durch Anprobieren. In unseren Filialen helfen wir dir dabei, und wir haben auch Gewichte, die du in den Rucksack legen kannst, um ihn mit realistischer Beladung zu testen.

Mehr zur Wahl des Rucksacks.

Neben dem Rucksack lohnen sich ein paar Kompressionsriemen und Karabiner, mit denen sich zum Beispiel die Isomatte sicher am Rucksack befestigen lässt. Außen baumelnde Ausrüstung erschwert das Tragen und bringt den Schwerpunkt des Rucksacks durcheinander.

Pack den Rucksack immer gemeinsam mit deinem Kind, damit es weiß, was wo drin ist. Für Wölflinge helfen beschriftbare Schlüsselanhänger aus Kunststoff, wie man sie beim Schlüsseldienst bekommt: An den Reißverschlüssen befestigt, steht darauf, was in welchem Fach steckt. So findet dein Kind seine Sachen leichter wieder.

Wenn du die Ausrüstung für Lager oder Fahrt packst, denk auch daran, alles mit Namen zu versehen. Fundsachen finden so viel leichter zu ihren Besitzern zurück. Dass im Lager Dinge verloren gehen, ist völlig normal. Das Programm macht Spaß, und da vergisst man schnell, wo man seine Sachen gelassen hat.

Mehr zum richtigen Packen des Rucksacks.

Pfadfinder sind bei jedem Wetter draußen

Im Lager und auf Fahrt seid ihr draußen, egal wie das Wetter ist. Und es stimmt einfach: Draußen sein macht Spaß, wenn die Kleidung passt. Durchdacht gekaufte Outdoorbekleidung zahlt sich auch außerhalb der Pfadfinderei aus. Wenn im Sportunterricht bei Herbstregen ein Orientierungslauf ansteht, ist es deutlich angenehmer, mit wasserdichter Kleidung und wetterfesten Schuhen unterwegs zu sein.

Wie bei allen Outdooraktivitäten gilt auch im Pfadfinderlager das Zwiebelprinzip. Der Sommer ist oft kühl und verregnet, deshalb brauchst du auch in den Sommermonaten mehrere Schichten. Für die unterste Schicht eignet sich Funktionsunterwäsche aus Merinowolle. Sie wärmt und fühlt sich angenehm an, selbst wenn sie nass wird. Merinowolle ist außerdem atmungsaktiv: Sie leitet Schweiß von der Haut weg und fühlt sich nicht klamm an, wie es etwa bei Baumwolle der Fall ist.

Bei kaltem Wetter kommen in die mittlere Schicht wärmende Teile wie eine Fleecejacke oder ein Wollpullover. Fleece und Wolle eignen sich dafür gut, weil sie auch in feuchtem Zustand noch wärmen. 

Als äußere Schicht dienen im Sommer je nach Wetter zum Beispiel Hardshelljacke und -hose, Regenkleidung oder alternativ eine Softshelljacke und Wanderhose. Bei starkem Regen bewährt sich die klassische Regenkombi, weil du damit auch beim Essen oder am Lagerfeuer bequem auf nassem Boden sitzen kannst. Hardshellkleidung trägt sich angenehm und funktioniert bei ganz unterschiedlichen Wetterbedingungen. Eine Softshelljacke ist zwar warm, aber nicht wasserdicht – eine separate Regenjacke brauchst du also trotzdem.

Ein Regenponcho ist im Pfadfinderlager oft etwas unpraktisch, weil die flatternden Säume bei Bewegungsspielen und Wettkämpfen stören. Auch ein Einweg-Regencape ist fürs Lager keine gute Lösung. Wir empfehlen Pfadfindern jeden Alters vernünftige Outdoorbekleidung – dann macht das Draußensein bei jedem Wetter Spaß.

Mehr zum Zwiebelprinzip.

Kleine, aber wichtige Ausrüstung

Auch im Pfadfinderlager braucht jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer allerlei Kleinkram. Hier eine Liste der Dinge, die am häufigsten auf der Packliste stehen:

  • Fahrtenmesser
  • Taschenlampe oder Stirnlampe
  • Essbesteck und Geschirr
  • Trinkflasche
  • Sitzkissen

Ein Fahrtenmesser ist für Pfadfinder wichtig, denn in vielen Lagern und auf vielen Fahrten wird Anzündholz geschnitzt oder zum Beispiel ein Stockbrotstock zurechtgemacht. Ein gutes Messer liegt gut in der Hand, und vor allem muss die Klinge scharf sein. Gerade für Kinder ist ein Taschenmesser die schlechteste Wahl, weil sich damit für Anfänger nur schwer schnitzen lässt. Ein ordentliches Messer begleitet dich viele Jahre, wenn du es regelmäßig pflegst.

Mehr zur Wahl des Messers.

Eine Taschenlampe kann auch im Sommerlager nötig sein, wenn der Stamm in einer Kohte, Jurte oder einem anderen Gruppenzelt übernachtet. Durch den dunklen Zeltstoff dringt kaum Licht, sodass du zum Finden deiner Sachen fast immer eine Taschen- oder Stirnlampe brauchst. Auf Touren im Frühjahr und Herbst sind Stirnlampen und Taschenlampen ständig im Einsatz, weil es abends früher dunkel wird.

Zu unserem Stirnlampen-Ratgeber.

Im Pfadfinderlager isst jeder von seinem eigenen Geschirr. In der Praxis brauchst du 1–2 Teller, Löffel, Messer, Gabel und einen Becher. Das Geschirr sollte leicht, einfach abzuwaschen und am besten auffällig bunt sein, damit man es wiedererkennt. Die meisten Stämme empfehlen, das Geschirr in einem Stoffbeutel zu verstauen – da passt auch gleich ein kleines Geschirrtuch hinein. Nach dem Essen spült im Lager jeder sein Geschirr selbst. Für viele junge Pfadfinder ist Abwaschen eine neue Fähigkeit, die mit der Zeit immer besser klappt. Verlorenes Geschirr findet leichter zurück, wenn es gut sichtbar mit Namen beschriftet ist.

Im Sommerlager stehen oft temporeiche Spiele, Wettkämpfe und Wanderungen auf dem Programm. Flüssigkeitsmangel beugst du am besten vor, indem du regelmäßig trinkst. Eine gute Trinkflasche gehört deshalb für alle zur Standardausrüstung im Sommerlager. Bei einer guten Flasche funktioniert der Verschluss zuverlässig, und nichts läuft in den Rucksack aus.

Ein Sitzkissen kommt im Lager in vielen Situationen zum Einsatz. Am abendlichen Lagerfeuer sitzt ihr oft auf dem Boden, auf Felsen oder auf einer Bank am Feuer. Auch gegessen wird manchmal im Sitzen auf dem Boden, wenn es auf dem Lagerplatz kein eigenes Essenszelt gibt. Ein Sitzkissen macht das bequemer und verhindert bei nassem Wetter eine feuchte Hose.

Weitere nützliche Dinge für die Pfadfinderfahrt sind zum Beispiel ein schnell trocknendes Reisehandtuch, Packsäcke, ein Moskitonetz-Hut, Powerbanks, Sandalen zum schnellen Reinschlüpfen und vieles mehr. Solcher Kleinkram eignet sich auch gut als Geschenk für Pfadfinder, etwa zum Geburtstag oder zu Weihnachten.