So packst du deinen Trekkingrucksack richtig
Du hast dir gerade einen neuen Trekkingrucksack gekauft und fragst dich, wie du ihn richtig packst? In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du deinen Rucksack so packst, dass er bequem sitzt und du deine Ausrüstung schnell zur Hand hast.
Trekkingrucksäcke gibt es in vielen Größen und Ausführungen – beim Packen gelten aber immer ein paar Grundregeln.
Tipps von Outdoor-Experte Mikko zum Packen deines Rucksacks
Mikko arbeitet als Outdoor-Experte in unserem Store in Kuninkoja. Er hilft Wanderern und Trekkern seit fast 20 Jahren bei der Wahl ihrer Ausrüstung – viele unserer Kundinnen und Kunden kennen ihn daher schon lange. Für unsere Ratgeber ist Mikko unser Experte rund ums Wandern und Trekking.
Die eine richtige Art, einen Rucksack zu packen, gibt es nicht. Ein paar Grundregeln gelten aber für alle Trekking- und Tagesrucksäcke.
Pack die schwersten Sachen möglichst nah am Rücken ein, auf Höhe der Schulterblätter. Meist sind das Proviant und Zelt. Leichte Ausrüstung kommt in die Außentaschen, mittelschwere Teile packst du im Hauptfach rund um die schweren Gegenstände.
Packsäcke sorgen dafür, dass wichtige Ausrüstung bei jedem Wetter trocken bleibt.
Manche Rucksäcke haben eine Regenhülle dabei, die du über den Rucksack ziehst, damit die Ausrüstung nicht nass wird. Bei Starkregen dringt trotzdem Feuchtigkeit ein – vor allem an der Rückenseite. Pack deshalb alles, was nicht nass werden darf, in wasserdichte Packsäcke. Kleidung, Schlafsack, Trockennahrung und Ähnliches müssen unbedingt trocken bleiben. Alternativ kannst du einen großen Packsack als Inlett im Rucksack verwenden, in dem alles Wichtige steckt.
Mikko selbst nutzt den Savotta Jääkäri XL, an dem sich per MOLLE-System zusätzliche Taschen befestigen lassen.
Wie du packst, hängt auch von deinen Vorlieben und vom Rucksacktyp ab. Überleg dir, was du unterwegs brauchen könntest. Am schnellsten kommst du an Dinge in den Seitentaschen. Kochst du mittags? Musst du bei Regen deine Kleidung anpassen? Brauchst du Kleinkram wie Kompass, Messer, Stirnlampe, Feuerzeug, Notizzeug oder Hygieneartikel?
In schwierigem Gelände zeigt sich, wie wichtig die Grundregeln sind: Der Rucksack muss ausbalanciert sein, und nichts darf lose außen herumbaumeln.
Liegt der Schwerpunkt nah am Rücken, trägt sich der Rucksack angenehmer und bleibt stabil. Ein hoher Schwerpunkt bringt dich in unwegsamem Gelände leicht aus dem Gleichgewicht. Ein schmaler Rucksack ist außerdem wendiger, wenn du dich durch enge Stellen bewegst.
Ist der Rucksack gut gepackt und nicht zu schwer, trägst du ihn mit einem Lächeln – und die Tour macht einfach mehr Spaß.
Das Packen kannst du schon zu Hause üben: bei einer Runde im Wald in der Nähe und mit einem Probeaufbau deines Lagers. Mit der Zeit entwickelst du deine eigene Routine, die je nach Ziel, Wetter, Gelände und anderen Faktoren variieren kann.
Was gehört auf eine Trekkingtour?
Vor der ersten Trekkingtour ist wohl jeder etwas aufgeregt. Habe ich alles dabei? Ist meine Ausrüstung die richtige? Was, wenn unterwegs etwas kaputtgeht? Diese Fragen gehen vielen durch den Kopf.
Behalte das Gesamtgewicht deines Rucksacks im Blick. Am Anfang packt man schnell alles Mögliche “für alle Fälle” ein. Nach ein paar Touren merkst du, was du wirklich brauchst – anfangs landet sicher einiges “Überflüssiges” im Rucksack. Eine Packliste hilft dir, nichts Wichtiges zu vergessen. Nach der Tour streichst du einfach, was du nicht benutzt hast. Erste-Hilfe-Set und Ähnliches bleiben aber drin, auch wenn du sie nicht gebraucht hast. Die gehören immer dazu.
Beispiel-Packliste für eine Trekkingtour in der schneefreien Saison:
Am Körper:
- Funktionsunterwäsche aus Merinowolle
- Wandersocken
- Trekkinghose
- atmungsaktives Shirt und Jacke (bei warmem Wetter kommst du oft ohne Jacke aus)
- Wanderschuhe
- Mütze bzw. Kopfbedeckung und Handschuhe je nach Wetter
- Trekkingstöcke
In die Hosentasche, die Seitentasche des Rucksacks, eine Kartentasche oder an einen anderen schnell erreichbaren Ort:
- Karte und Kompass
- Trinkflasche oder Trinkblase
- Messer
- Sonnenbrille
- Feuerzeug bzw. Feuerstarter
- Toilettenpapier
- Handy
- Kamera
- GPS-Gerät
- Stirnlampe (in hellen Sommernächten meist nicht nötig)
In den Rucksack:
- Unterkunft (Zelt, Hängematte, Tarp)
- Isomatte
- Schlafsack (in einem wasserdichten Kompressionssack oder ohne Packsack rund um die übrige Ausrüstung, um Hohlräume zu füllen)
- Kissen (ein Packsack o. Ä. eignet sich auch als Kopfkissen)
- Schlafsack-Inlett (schützt den Schlafsack vor Schmutz und wärmt zusätzlich)
- Ersatzunterwäsche + lange Unterhose
- ein paar Paar Wandersocken
- warme Kleidung, z. B. eine leichte Daunenjacke
- wasserdichte Hardshell-Kleidung (schnell erreichbar außen am Rucksack)
- Proviant (Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Spätmahlzeit, Snacks)
- Kocher + Brennstoff (Gaskocher, Spirituskocher, Hobo-Kocher oder Benzinkocher)
- Töpfe und Kaffeekessel + Kaffee/Tee
- Essgeschirr (Schale und Löffel reichen meist)
- Spülbürste (Spülmittel brauchst du selten – falls doch, achte auf eine umweltfreundliche Variante)
- Kuksa (nordischer Holzbecher)
- Camp-Schuhe
- Erste-Hilfe-Set und persönliche Medikamente
- Moskitonetz für den Hut und/oder Insektenschutzmittel
- Hygieneartikel (Seife, Zahnbürste und -pasta, Toilettenpapier, Sonnencreme usw.)
- Reparaturset (Nadel + Faden, Packriemen, Klebeband, ein paar Kabelbinder und Paracord-Schnur)
Weitere Optionen:
- Angelausrüstung
- Fotoausrüstung
- Notiz- und Zeichenzeug
- ein Buch, gedruckt oder als E-Book
Wie du siehst, kommt für eine Trekkingtour eine Menge Ausrüstung zusammen. Überleg dir also gut, was du wirklich brauchst. Wenn du Alternativen abwägst und das Gesamtgewicht im Blick behältst, bleibt der Rucksack im Rahmen. Ultraleicht-Trekker kommen selbst auf einer einwöchigen Tour mit weniger als 10 kg aus, ansonsten liegt das Gesamtgewicht auf längeren Touren meist zwischen 15 und 20 kg.
Mikko und das ganze Team von Scandinavian Outdoor wünschen dir unvergessliche Touren. Wenn du Fragen hast, wende dich an unseren Kundenservice oder komm in einem unserer Stores vorbei und sprich mit unseren Outdoor-Experten.







