Trekking

Einstieg ins Wandern

Viele sagen, sie würden gern mit dem Wandern anfangen, wissen aber nicht, wie sie am einfachsten einsteigen sollen. Dieser Artikel zeigt dir, wie du mit Tagestouren startest und deine Touren nach und nach bis zu längeren Trekkingtouren in der Wildnis ausbauen kannst.

„Draußen unterwegs sein“ ist ein weiter Begriff. Darunter fällt alles vom Spaziergang im Wald um die Ecke bis zur wochenlangen Trekkingtour. Deshalb unterscheidet man verschiedene Kategorien, auch wenn es keine offiziellen Regeln dafür gibt, was die einzelnen Begriffe genau bedeuten.

Mikko arbeitet als Outdoor-Experte in unserem Geschäft in Kuninkoja. Er berät seit fast 20 Jahren Wanderer und Outdoor-Fans und ist für viele unserer Kundinnen und Kunden über die Jahre ein bekanntes Gesicht geworden. Außerdem ist Mikko der Outdoor-Experte hinter unseren Ratgeberinhalten.

Unter Outdoor-Fans richten sich die Begriffe meist nach der Dauer der Tour:

  • Tagestour = Eine Tour, die an einem Tag stattfindet.
  • Übernachtungstour = Eine Tour mit einer Nacht draußen.
  • Wochenendtour = Eine Tour über ein Wochenende (oder von entsprechender Länge), meist mit zwei Nächten draußen. Ziel sind in der Regel Nationalparks mit markierten Wegen.
  • Trekkingtour = Drei oder mehr Nächte draußen. Du trägst deine gesamte Ausrüstung selbst und schlägst jeden Tag ein neues Lager auf. Ziel sind größere Nationalparks und Wildnisgebiete.

Die Tagestour ist der einfachste Weg, die Natur zu genießen

Am leichtesten gelingt der Einstieg natürlich mit Tagestouren. Dafür brauchst du meist keine spezielle Ausrüstung – Kleidung und Gear, die du schon zu Hause hast, reichen für den Anfang völlig aus.

Am einfachsten geht es so: Bequeme Kleidung und Schuhe anziehen, ein paar belegte Brote in den Rucksack packen und los in den nächsten Wald. Wälder in deiner Nähe findest du am schnellsten mit Karten-Apps. Aufs Handy lädst du dir eine App mit topografischen Karten, am Computer kannst du die Karten auf einem größeren Bildschirm in einem Kartendienst durchsehen. Karten von Wandergebieten und Nationalparks bekommst du auch bei uns, du kannst sie aber auch selbst ausdrucken, zum Beispiel hier. Karten für die Wälder vor deiner Haustür musst du in der Regel selbst ausdrucken.

Noch mehr Spaß und Atmosphäre bekommt deine Tagestour, wenn du unterwegs selbst kochst. Das geht am Lagerfeuer oder mit einem Campingkocher. Wer verantwortungsvoll unterwegs ist, greift zum Kocher: Er macht dich unabhängiger, und du umgehst überfüllte Feuerstellen. Wenn du in einen Nationalpark fährst, prüf vorher Karten und Regeln auf der Website luontoon.fi.

Bei der Übernachtungstour testest du neue Ausrüstung und Fähigkeiten

Willst du einen Schritt weitergehen, ist die Ausrüstung für Übernachtungstouren der nächste Schritt. Anfangs kannst du zwar in Unterständen und offenen Wildnishütten übernachten, trotzdem lohnt sich eine eigene Unterkunft. Viele andere nutzen diese Hütten auch, und ob dort Platz ist, weißt du nie. Auf die Einkaufsliste kommt also eine Unterkunft (Zelt, Hängematte oder Tarp), dazu brauchst du einen Schlafsack und eine Isomatte. Wenn du auf Tagestouren schon gekocht hast, klappt das jetzt ganz selbstverständlich.

In unseren Ratgebern findest du Tipps zur Wahl der Unterkunft und zur Pflege, einen ausführlichen Kaufratgeber für Schlafsack und Isomatte sowie die passenden Pflegehinweise. Tipps zur Wahl des Campingkochers gibt es hier.


Übernachte anfangs an einem einfachen Ort – im Garten, am Ferienhaus oder in der Nähe des Autos. Falls etwas schiefgeht, kommst du so leicht wieder weg. Willst du für die Nacht etwas weiter vom Auto weggehen, brauchst du einen Trekkingrucksack oder einen großen Rucksack für die Ausrüstung. Auf einer Radtour kannst du dein Gepäck auch in Fahrradtaschen transportieren.

Übernachtungstouren sind ideal, um deine Ausrüstung kennenzulernen und erste Erfahrungen zu sammeln. Hat dich das Outdoor-Fieber gepackt, kannst du zu Wochenendtouren übergehen.

Auf Wochenendtouren lernst du Naturgebiete richtig kennen

Wenn du am Freitagabend nach der Arbeit losziehst und das ganze Wochenende draußen verbringst, lernst du Naturgebiete wie Nationalparks und Wandergebiete schon richtig kennen. Für eine Wochenendtour brauchst du oft einen voll gepackten Trekkingrucksack. Unterwegs kannst du deine Trekkingausrüstung gut testen und dich an das höhere Gewicht auf dem Rücken gewöhnen.

Im Norden gibt es gut ausgebaute Wanderwegenetze mit hervorragender Infrastruktur. Unterstände und Feuerstellen kannst du auf Wochenendtouren gern nutzen. Nimm aber trotzdem immer deine eigene Unterkunft mit.

Achte beim Kauf deiner Ausrüstung von Anfang an auch auf das Gewicht. Wenn du dir auf deinen Touren Notizen machst, siehst du später gut, was dir gefehlt hat und was du hättest zu Hause lassen können.

Abwechslung bringst du in deine Wochenendtouren, wenn du das ganze Jahr über unterwegs bist und neben dem Wandern auch andere Sportarten ausprobierst – zum Beispiel Paddeln, Radfahren oder Skilanglauf.

Auf Trekkingtouren spürst du die Kräfte der Natur

Wenn du deine Wochenendtouren um weitere Tage verlängerst, bist du beim Trekking angekommen. Eine typische Trekkingtour dauert ein bis zwei Wochen. Die meisten Nationalparks wirken dann bald zu klein, und Wildnisgebiete werden interessant.

Bevor du zu einer Trekkingtour aufbrichst, solltest du deine Ausrüstung gut kennen und sicher damit umgehen können. Auf längeren Strecken sind Orientierungskenntnisse unverzichtbar. Übe vor dem Start auch, dein Zelt bei Wind aufzubauen.

Nach drei bis vier Tagen gewöhnst du dich meist an das Leben draußen und spürst ein echtes Gefühl von Freiheit. Du trägst alles bei dir, was du brauchst, bist für jedes Wetter gerüstet und lernst die Kräfte der Natur kennen. In Wildnisgebieten bist du nicht an Wege gebunden und kannst dein Lager aufschlagen, wo du möchtest. In Nationalparks gelten dagegen jeweils eigene Regeln, wo du zelten darfst. Prüf sie vor dem Start, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

Starte mit leichteren Zielen und zu einer einfachen Jahreszeit. Besonders in Lappland ist der August oft die beste Zeit: Die Julihitze ist vorbei, und die Mücken sind weg. Wenn du mit den Eigenheiten des Trekkings vertraut bist, kannst du anspruchsvollere Ziele und Zeiten wählen. Im nördlichen Lappland beginnt zum Beispiel in der zweiten Septemberwoche die Ruska, die Zeit der Herbstfärbung. Dann werden die Abende wieder dunkel, und die Polarlichter tanzen am Himmel.

Wenn du dich im finnischen Fjäll auskennst, kannst du dein Revier nach Schweden und Norwegen ausweiten. An Gebirgsbedingungen solltest du dich ebenfalls Schritt für Schritt herantasten. Windige, das ganze Jahr über arktische Berge stellen deutlich höhere Anforderungen an Ausrüstung und Können.

Ein Wort der Warnung: Trekking wird schnell zum Lebensstil und manchmal sogar zum Lebensinhalt. Aus diesem Abenteurerleben gibt es kein Zurück [U+1F609]

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Ratgeber: Schlafsack und Isomatte richtig wählen

Tipps zur Wahl des richtigen Zelts