Tipps zum Pilzesammeln — so gelingt dein Ausflug in die Pilze
Viele von uns erinnern sich bei ihren ersten Naturerlebnissen an das Pilze- und Beerensammeln mit Eltern oder Großeltern. Diese Tradition wird oft in der Familie weitergegeben, und so lernen viele schon als Kind die wichtigsten Speisepilze kennen.
So gelingt deine Pilztour
Eine Pilztour macht mit Familie oder Freunden am meisten Spaß. Wenn du das Sammeln als Ausflug siehst und nicht nur auf die Pilze fixiert bist, hat meist die ganze Familie mehr davon. Statt einen vollen Korb zum Ziel zu machen, kannst du dich auf die Zeit im Wald und die gute Gesellschaft konzentrieren – dann wird aus dem Pilzesammeln ganz von selbst ein entspannter Tag draußen.
Warm, aber atmungsaktiv anziehen
Wie bei jeder Tour bleibst du auch beim Pilzesammeln bei jedem Wetter trocken und warm, wenn du dich dem Wetter entsprechend kleidest. Wer viel in Bewegung ist, friert selten – eher wird Schwitzen zum Problem. Wenig atmungsaktive Kleidung lässt die Feuchtigkeit nicht von der Haut nach außen, und feuchte Haut fühlt sich schnell kalt an.
Auch die guten alten Wollsocken funktionieren heute noch. Wenn dein Schuh genug Platz bietet, kannst du zwei Paar Socken kombinieren: eine dünnere Socke direkt auf der Haut und darüber eine dickere Merino- oder ganz normale Wollsocke.
Checkliste: Kleidung für die Pilztour
- Funktions- oder Merino-Unterwäsche tragen
- Wollpullover und Fleece sind atmungsaktiv und eignen sich als Zwischenschicht
- Eine Hardshelljacke schützt vor Wind und Regen
- Wasserdichte, hohe Schuhe halten die Füße trocken
- Bei kaltem Wetter Mütze und Handschuhe einpacken
- Zwei Merinosocken übereinander tragen
Mit zwei Paar Socken beugst du Blasen vor, weil ein Teil der Reibung zwischen den beiden Lagen entsteht. Wenn deine Schuhgröße stimmt, passen zwei Socken hinein und es bleibt noch mindestens ein Zentimeter Platz. So bleiben auch deine Füße warm.
Ein Hut mit Krempe schützt nicht nur vor der Sonne, sondern auch ein Stück weit vor Hirschlausfliegen. Ein Filzhut ist außerdem richtig warm und hält den Wind ab.
Gummistiefel sind für die meisten die erste Wahl beim Pilzesammeln, doch wer viel draußen unterwegs ist, hat oft auch andere wasserdichte Schuhe im Schrank. Wanderschuhe machen sich im herbstlichen Wald gut. Nebenbei führst du sie mal wieder aus – und riskierst nicht, dass sich die Sohlen ausgerechnet auf der nächsten Mehrtagestour lösen. Wanderschuhe sollten nämlich nicht zu lange ungenutzt im Schrank stehen. Waldausflüge eignen sich auch gut, um neue Wanderschuhe einzulaufen.
Was brauchst du mindestens für die Pilztour?
Einen Rucksack musst du nicht unbedingt mitnehmen, wenn er dich stört. Die Brotzeit kann im Auto warten – ihr esst dann auf dem Rückweg oder erst zu Hause.
Funde von der Pilztour: Trompetenpfifferlinge, Herbsttrompeten und Pfifferlinge.
Eigentlich brauchst du im Pilzwald nur ein Gefäß, einen Beutel oder einen Korb für deine Funde. Viele nutzen ein Pilzmesser, aber längst nicht alle. Ein normales Messer tut es auch – es muss aber nicht scharf wie ein Samuraischwert sein, sonst schneidest du dich schnell.
Ein Rucksack auf der Pilztour
Einen leichten Rucksack kannst du beim Sammeln problemlos auf dem Rücken tragen. Er sollte selbst wenig wiegen und ein Tragesystem haben, das gut zu deinem Rücken passt. Pack nicht zu viel hinein – mit schwerem Gepäck macht das Bücken nach Pilzen keinen Spaß.
Wie bei den meisten Touren ist auch beim Pilzesammeln die Brotzeit oft der Höhepunkt. Dafür hast du am besten eine warme Pausenschicht wie eine leichte Daunenjacke dabei und eine Thermosflasche mit einem warmen Getränk. Praktisch sind außerdem Sitzkissen oder eine Schaumstoffisomatte, auf der locker drei Personen Platz finden. Eine Schaumstoffmatte ist zwar sperrig, wiegt aber fast nichts.
Checkliste: Das gehört für die herbstliche Pilztour in den Rucksack
- Trinkflasche mit frischem Wasser
- Thermosflasche und Becher (Kupilka oder Kuksa, Einweggeschirr vermeiden)
- Warme Pausenkleidung, z. B. eine leichte Daunenjacke
- Hardshelljacke, falls Regen droht
- Leichter Proviant wie belegte Brote
- Stirnlampe
- Kompass
- Pflaster oder ein leichtes Erste-Hilfe-Set
Ein zusätzlicher Beutel ist auf der Pilztour oft Gold wert. Manchmal stößt du unverhofft auf eine Stelle voller Preiselbeeren oder auf die letzten Brombeeren der Saison. Hast du Ausrüstung in einem Packsack verstaut, taugt der auch als Beerenbeutel – sauber machen kannst du ihn zu Hause. Plastiktüten vermeidest du am besten und greifst, wann immer möglich, zu Beuteln, die lange halten.
Denk an die Sicherheit und plane Risiken vorab ein
Pilztouren sind in der Regel sichere Ausflüge für die ganze Familie. Trotzdem lohnt es sich, vorher zu überlegen, was passieren könnte. Die größten Risiken sind, sich zu verlaufen, kleinere Verletzungen, ein plötzlicher Wetterumschwung und Dunkelheit.
Tritt eines davon ein und wird die Tour zu mühsam, ist die Lösung meist, zum Auto zurückzukehren. Besser ist aber, mit guter Vorbereitung gar nicht erst in solche Situationen zu kommen.
Gegen das Verlaufen hilft es, sich vorab die Karte des Gebiets anzusehen. Topografische Karten kannst du auch aufs Handy laden. Lade vor der Tour den Akku voll und installiere bei Bedarf eine Notruf-App wie nora. Auffällige Kleidung hilft, dass die Gruppe zusammenbleibt und niemand in eine andere Richtung davonzieht.
Verletzungen beugst du mit griffigen Schuhen und einem vorsichtigen Umgang mit dem Pilzmesser vor. Ein kleines Erste-Hilfe-Set gehört ohnehin ins Gepäck.
Schau dir die Wettervorhersage vorher genau an und nimm Kleidung mit, in der du trocken und warm bleibst. Prüfe außerdem, wann die Sonne untergeht, und plane die Route so, dass alle vor Einbruch der Dunkelheit aus dem Wald zurück sind. Eine Stirnlampe solltest du für alle Fälle trotzdem dabeihaben.
Wo lohnt sich die Pilzsuche?
Beim Sammeln selbst gilt eine einfache Regel: Nimm nur Pilze mit, die du sicher erkennst. Wenn dir das Bestimmen noch schwerfällt, fang mit Pfifferlingen und Trompetenpfifferlingen an. Nimm jemanden mit, der sich auskennt und dir die Pilze zeigt, oder besuche eine Pilzwanderung mit Fachleuten. Auch Pilzbücher sind eine gute Lektüre – eines davon kannst du direkt mit in den Wald nehmen.
In der Natur respektieren wir immer die Rechte aller und verhalten uns im Wald rücksichtsvoll. Schon Kindern kannst du vermitteln, dass der Wald ein toller Abenteuerplatz ist, aber eben auch seine Regeln hat. Die Natur wird nicht beschädigt, und auch andere Waldbesucher sollen ihre Ruhe haben.
Die besten Pilzstellen werden oft gehütet und nur ungern verraten. Dabei wachsen die Pilze an guten Stellen immer wieder nach, auch wenn dort schon gesammelt wurde. Deine eigenen Stellen findest du schnell – merk sie dir. Ein Screenshot der Karte hilft dir, beim nächsten Mal wieder hinzufinden. Die einfachsten Pilzstellen liegen vielleicht direkt im Wald um die Ecke. Mit etwas Glück startest du deine Pilztour gleich vor der Haustür.
Auch Wandergebiete eignen sich zum Pilzesammeln. Beachte aber: In Nationalparks und Naturschutzgebieten ist das Sammeln oft eingeschränkt oder ganz verboten, und häufig darfst du die Wege nicht verlassen. Außerhalb von Schutzgebieten ist in der Regel nur das Sammeln kleiner Mengen für den Eigenbedarf erlaubt. Prüfe deshalb immer vorher die Regeln des jeweiligen Gebiets. Bist du in Finnland unterwegs, findest du die vom Metsähallitus verwalteten Gebiete auf der Website luontoon.fi.
Viel Freude bei deinen Pilztouren wünscht Scandinavian Outdoor!










