So machst du deinen Rucksack leichter
Wer schon einmal auf Trekkingtour war, kennt das: Ein leichter Rucksack trägt sich deutlich angenehmer als ein schwerer. Ein schwerer Rucksack schränkt dich ein, die Tagesetappen werden kürzer, Schultern und Hüften schmerzen, und viel Gewicht kann sogar zum Sicherheitsrisiko werden. Vor allem aber geht es um Komfort.
7 Tipps, wie du deinen Trekkingrucksack leichter machst
- Ausrüstung prüfen: Lass weg, was du nicht brauchst, und vermeide doppelte Ausrüstung
- Rucksackwahl: Der Rucksack ist oft das schwerste Ausrüstungsteil, überlege dir ein leichteres Modell
- Zelt: Such nach einer leichteren Alternative
- Schlafsack: Steig auf einen Daunenschlafsack um, falls du das noch nicht getan hast
- Isomatte: Eine leichte aufblasbare Isomatte spart Gewicht und Platz
- Kocher und Verpflegung: Ein leichter Aufschraubkocher für die Gaskartusche und getrocknete Mahlzeiten
- Erstelle eine Liste deiner Ausrüstung und vergleiche gezielt

Woraus setzt sich das Rucksackgewicht zusammen?
Vielleicht fragst du dich, ob es sich lohnt, bei einem Ausrüstungsteil nur hundert Gramm einzusparen – auf dem Rücken merkt man das ja kaum. Wenn du aber deine gesamte Ausrüstung nach diesem Prinzip auswählst, kommen schnell mehrere Kilo zusammen. Das Gewicht stammt vor allem von den schwersten Teilen, aber auch die vielen Kleinigkeiten summieren sich. In diesem Beitrag konzentrieren wir uns hauptsächlich auf die großen Posten, bei denen sich am einfachsten Gewicht sparen lässt.
Wenn du gerade deine erste Trekkingausrüstung kaufst, ist das für dich besonders wichtig. Dein Körper ist es dann noch nicht gewohnt, schwere Lasten zu tragen. Oft bekommst du für dasselbe Geld leichtere Ausrüstung – und die Begeisterung fürs Trekking endet nicht gleich nach der ersten qualvollen Tour.

Bei Events in unserem Store haben wir aus dem Sortiment zwei Trekking-Ausrüstungen zusammengestellt. Dabei haben wir auch Kleinteile und Trekkingnahrung gewogen. Zuerst haben wir einen schweren Rucksack gepackt und ihn dann Schritt für Schritt leichter gemacht. Darin war so ziemlich alles, was man auf einer Trekkingtour normalerweise dabeihat. Der knapp 23 kg schwere Rucksack wurde um rund zehn Kilo leichter.
Zehn Kilo weniger sind enorm – damit bewegst du dich fast schon in einer neuen Disziplin. Du merkst, dass nichts mehr schmerzt, du kannst die Tour genießen und dir eröffnen sich neue Möglichkeiten. Du kannst längere Touren planen oder zusätzliche Ausrüstung mitnehmen, zum Beispiel ein Packraft, um Trekking und Paddeln zu kombinieren. Auch mit dem Fahrrad oder Kajak bist du einfacher unterwegs, wenn sich deine Ausrüstung klein verpacken lässt.
Leichtere Ausrüstung
Überlege dir zuerst, ob dein Rucksack Ausrüstung enthält, die du eigentlich gar nicht brauchst, oder ob einzelne Teile dieselbe Aufgabe erfüllen. Betrachte deine Kleidung als Gesamtsystem: Bei Kälte ziehst du einfach alles übereinander an und bleibst warm. Wenn du mehrere gleichartige Teile wie Shirts oder Hosen dabeihast, trägst du sehr wahrscheinlich unnötiges Gewicht mit dir herum.

Der Trekkingrucksack ist oft das schwerste Ausrüstungsteil. Große, schwere Rucksäcke eignen sich natürlich für viele Arten von Touren: Sie haben meist ein stabiles Tragesystem, und die dickeren Materialien halten lange.
Wenn du Gewicht sparen willst, fang am besten mit der Ausrüstung im Rucksack an. Sobald du merkst, dass dein Packvolumen kleiner geworden ist, kannst du auch über einen kleineren Rucksack nachdenken. Wichtig ist aber, dass deine gesamte Ausrüstung in den Rucksack passt.

Ein weiteres schweres Teil ist das Zelt. Mehr Gewicht kann für robustere Materialien stehen, muss es aber nicht. Es gibt auch leichte Zelte aus strapazierfähigen Materialien – das schlägt sich dann allerdings im Preis nieder. Wenn du dich genauer umsiehst, findest du aber schnell Modelle, die hochwertig und leicht sind und trotzdem kein Vermögen kosten.
Wenn du dir das Zelt mit jemandem teilst, sparst du oft einiges an Gewicht. Ein gutes Ziel sind weniger als 1000 g pro Person. Bei Solozelten ist das schwierig, ohne dass das Zelt sehr eng wird – bei Zelten für zwei oder mehr Personen klappt es dagegen deutlich leichter.

Auch der Schlafsack kann sehr groß und schwer sein – das gilt vor allem für günstige Kunstfaserschlafsäcke. Achte auch auf die Komforttemperatur: Im Sommer reicht ein leichterer Schlafsack als bei Minusgraden im Winter. Wenn du das ganze Jahr über unterwegs bist, brauchst du wahrscheinlich zwei Schlafsäcke. Bei richtig kalten Bedingungen lassen sich beide auch kombinieren. Plane also das Gesamtsystem.
Bei leichteren Schlafsäcken ist der Außenstoff oft dünner, ansonsten leidet die Qualität aber nicht – dein Geldbeutel wird allerdings meist stärker erleichtert als dein Rucksack.
Ein hochwertiger Daunenschlafsack lässt sich sehr klein verpacken und spart deutlich Gewicht. Viele nutzen im Sommer auch einen Quilt, also eine Art Decke, die sich eng um die Isomatte legen lässt. So brauchst du keine Isolierung unter dir – die wird ohnehin zusammengedrückt und wärmt dann kaum noch.

Mit einer aufblasbaren Isomatte sparst du viel Platz und oft auch Gewicht. Mumienförmige Modelle, die sich zum Fußende hin verjüngen, sind leichter. Im Sommer kannst du außerdem bei Breite und Länge der Matte sparen. Warmer Boden leitet weniger Kälte ab, wenn ein Fuß oder eine Hand mal von der Matte rutscht.
Die leichtesten aufblasbaren Isomatten bestehen natürlich auch aus dünneren Materialien und können eher ein Loch bekommen. Wenn du sorgfältig damit umgehst, passiert das aber nur sehr selten. Viele Trekker nutzen solche Matten jahrelang, ohne sie je flicken zu müssen.
Eine Isomatte mit einem R-Wert von etwa 3 ist vielseitig einsetzbar und hält dich auch im Frühjahr und Herbst warm.

Kocher und Topf können zusammen überraschend schwer sein. Große, stabile Töpfe sind praktisch, wenn du aufwendiger kochst, für Trekkingtouren reicht aber leichteres Kochgeschirr. Am einfachsten ist es, wenn du dir einen leichten Aufschraubkocher für die Gaskartusche und einen leichten Topf besorgst. Allein unterwegs kannst du direkt aus dem Topf essen. Seid ihr zu mehreren, lohnt sich zusätzlich eine leichte Essschale.
Auch bei der Verpflegung selbst sparst du mit guter Planung viel Gewicht. Trockne deine Mahlzeiten selbst und wähle energiereiche Lebensmittel. Wasser musst du selten mitschleppen – du kannst es abkochen oder mit einem Wasserfilter aufbereiten.
Ist ein leichterer Rucksack teuer?
Was das Abspecken kostet, hängt stark davon ab, womit du vergleichst. Hochwertige schwere Ausrüstung kostet oft genauso viel oder sogar mehr als hochwertige leichte Ausrüstung.
Der Preis hängt also vor allem von deinen eigenen Entscheidungen ab. Für unseren Blogbeitrag zum Thema Ultraleicht-Trekking haben wir aus unserem Sortiment einen schweren und einen leichten Rucksack zusammengestellt – die leichtere Ausrüstung war dabei sogar etwas günstiger.

Praktische Tipps zum Gewichtsparen
Erstelle eine Liste deiner Ausrüstung. Dafür kannst du kostenlose Tabellenprogramme nutzen oder online nach speziellen Packlisten-Tools suchen. Wiege deine Ausrüstung und schau, welche Alternativen es gibt. Gerade bei der Kleidung kannst du mit sorgfältiger Planung viel Gewicht sparen. Das Wiegen sorgt meist für echte Überraschungen und bringt dich dazu, manches neu zu überdenken.
Achte darauf, ob du Dinge mitgeschleppt hast, die du gar nicht gebraucht hast. Erste-Hilfe-Set und Reparaturmaterial gehören aber immer ins Gepäck – auch wenn du sie nicht jedes Mal brauchst.
Wenn ihr als Gruppe unterwegs seid, könnt ihr gemeinsame Ausrüstung absprechen, denn nicht jeder braucht alles selbst. Ihr könnt euch ein Zelt teilen oder gemeinsam ein Tarp, eine Axt und Ähnliches tragen.

Hier findest du unsere leichteste Outdoor-Ausrüstung.