Anleitungen

Nordlichter – Kurzanleitung: Wie kann man sie sehen und fotografieren?


„Nach den Nordlichtern und der Liebe kannst du weglaufen – oder auf das nächste Mal warten.“

Aurora Borealis, besser bekannt als Nordlichter, sind der beste Grund, in der dunklen Jahreszeit nach draußen zu gehen!
Um ihnen nachzujagen, braucht man nicht nur Glück oder Können – beides ist erforderlich. Die meisten Menschen haben die himmlischen Flammen nie gesehen, weil sie den Abend lieber im örtlichen Pub verbringen oder schlafen. Nehmen wir also die Herausforderung an und gehen durch, worauf man achten sollte, wenn man die mächtigen Lichter sehen und fotografieren möchte!

Die Nordlichter entstehen, wenn geladene Teilchen des Sonnenwinds auf die Erdatmosphäre treffen. Die aktive Saison reicht vom Herbst bis in den Frühling. Die beste Beobachtungszeit ist mitten in einer dunklen Nacht, in nördlicher Himmelsrichtung. Da Nordlichter in den Polarregionen auftreten, gilt: Je weiter nördlich man ist, desto besser sind die Chancen. Städte wie Rovaniemi (Finnland), Kiruna (Schweden) und Tromsø (Norwegen) liegen weit genug im Norden!

Tipps zur Beobachtung der Nordlichter:

  1. Reise zwischen September und März in den Norden!
  2. Verfolge die Weltraumwettervorhersage. Zum Beispiel wird die Wahrscheinlichkeit für Nordlichter vom Aurora Service prognostiziert.
  3. Beobachte die Bewölkung: Selbst eine kleine Wolke kann die Flammen abschwächen – auch wenn es auf der Kamera gut aussieht!
  4. Beobachte die Mondphase: Während des Vollmonds kann es schwieriger sein, die Nordlichter zu erkennen.
  5. Entferne dich von Lichtverschmutzung, die durch bewohnte Gebiete oder Industrieanlagen verursacht wird.
  6. Warten, warten und nochmals warten. Etwas Snacks, warme Getränke und gute Gesellschaft helfen dabei!

Tipps zum Fotografieren der Nordlichter:

  1. Bei Dunkelheit hilft dir eine gute DSLR-Kamera enorm! Siehe unten meine Kamera, mein Objektiv und die Einstellungen.
  2. Ein Stativ sorgt dafür, dass die Kamera während der Belichtung ruhig bleibt.
  3. Ein Weitwinkelobjektiv hilft dabei, einen möglichst großen Bildausschnitt einzufangen.
  4. Probiere verschiedene Belichtungszeiten aus: Je länger du belichtest, desto weicher und fließender wirken die Nordlichter auf dem Foto. Bei meiner Kamera und meinem Objektiv verwende ich je nach Geschwindigkeit der Nordlichter Belichtungen zwischen 2 und 20 Sekunden.

  5. Profi-Tipp: Viele Stirnlampen haben einen sogenannten Rotlichtmodus. Rotes Licht lässt unsere Pupillen nicht so stark schrumpfen wie weißes Licht, was es ideal für nächtliche Aktivitäten macht. Lerne, wie du diesen Modus benutzt – im Dunkeln ist seine Lichtstärke genau richtig für das, was du selbst tust. Außerdem erscheinen deine Freunde auf den Fotos nicht mit wilden Lichtstrahlen, wenn Kameras in unterschiedliche Richtungen und zu unterschiedlichen Zeiten belichten. Noch wichtiger: Mit erhaltenem Nachtsehen erkennst du selbst die Nordlichter besser!

Nützliche Ausrüstung für das Abenteuer:

Schneeschuhe
– Warme Schuhe (Damen/Herrer)
Stirnlampe mit Rotlicht
Handwärmer
Thermosflasche für warme Getränke
– Zusammenklappbare arktische Sitzunterlage

Meine Kamera, Objektiv & Einstellungen:

Nikon D810 mit Nikkor 14–24 mm 2.8 Objektiv
Bildqualität: RAW
ISO: 400–3200 (je nach Belichtung)
Belichtungszeit: 2–20 Sekunden, abhängig davon, wie schnell sich die Nordlichter bewegen
Blende: fast immer 2.8
Fokus: Ein Objekt im Vordergrund, zum Beispiel eine Person
Weißabgleich: Leuchtstofflampe, für die beste Vorschau auf der Kamera
Selbstauslöser: Meistens 2 Sekunden, 20 Sekunden, wenn ich selbst im Bild sein möchte

P.S. Auch wenn es manchmal scheint, als könntest du die Nordlichter fast berühren – sie befinden sich immer noch bis zu 100 km über dem Erdboden!

P.P.S. Auf der Südhalbkugel nennt man die Nordlichter Aurora australis oder Südlicht!