Ratgeber für Touren vor der Haustür: 10 Tipps vom Outdoor-Experten
Wenn der Alltag drückt und der Sommerurlaub noch auf sich warten lässt, sind Mikroabenteuer vor der Haustür eine gute Möglichkeit, die Natur im Sommer zu genießen. Die eigene Umgebung bleibt oft unerkundet, denn im Urlaub zieht es die meisten eher in die Ferne. Dabei gibt es für kurze Touren in der Nähe meist mehr als genug abwechslungsreiche Ziele – du musst sie nur finden.
Wir haben 10 Tipps gesammelt, die dir die Planung erleichtern und neue Ideen liefern.
10 Tipps für gelungene Touren vor der Haustür!
1. Mach es dir so einfach wie möglich
Halte die Hürde für deine Touren möglichst niedrig. Am einfachsten startest du direkt an der eigenen Haustür. Wird die Planung zu aufwendig, findet sich schnell eine Ausrede, doch zu Hause zu bleiben.
Für eine gelungene Tour musst du nicht unbedingt etwas einpacken, und du brauchst auch kein besonderes Programm. Ein Spaziergang durch den nächsten Wald, bei dem du einfach die Natur genießt, tut immer gut.
2. Die Brotzeit ist meist das Highlight
Proviant ist nicht immer nötig – trotzdem ist die Pause mit Brotzeit für viele der schönste Moment der Tour. Mit Snacks und kleinen Leckereien lassen sich meist auch die Jüngsten in der Familie zum Mitkommen überreden.
Bereite deinen Proviant am besten schon am Vorabend vor, dann ist morgens alles startklar. Du musst nur noch deinen Rucksack packen. Achte auch darauf, wie viel Verpackungsmüll anfällt, und nimm deinen gesamten Abfall wieder mit nach Hause.
3. Sei auf Wetterumschwünge vorbereitet
Ein Platzregen mitten auf der Tour kann sogar Spaß machen – vor allem, wenn du die passende Ausrüstung dabeihast.
Wirf direkt vor dem Aufbruch noch einen Blick auf die Wettervorhersage. Im Sommer können dich trotzdem ein plötzliches Gewitter oder ein Regenschauer überraschen. Dann bist du froh über eine wasserdichte, klein verpackbare Hardshelljacke im Gepäck.
Bewährte Wetterdienste sind zum Beispiel das Finnische Meteorologische Institut und das norwegische Yr. Beide bieten auch gut funktionierende Apps.
4. Nimm eine Karte oder ein GPS-Gerät mit oder lade dir eine Karten-App aufs Handy
Mit einer Karte findest du die spannendsten Orte und bekommst schnell ein Gefühl für deine Umgebung im großen Ganzen. Nach einer Weile kennst du dich meist so gut aus, dass die Karte auch mal zu Hause bleiben kann.
Am einfachsten druckst du eine Karte über die Seite Pikakartta aus. Dort bekommst du die Karte im richtigen Maßstab, sodass du Entfernungen leichter einschätzen kannst. Weitere Kartendienste sind zum Beispiel Retkikartta und Karttapaikka.
Karten-Apps auf dem Smartphone funktionieren gut, GPS-Geräte sind unterwegs aber etwas zuverlässiger und bieten oft mehr Funktionen.
5. Such dir neue, spannende Ziele in der Nähe
Wenn du die Runden direkt ab Haustür schon oft genug gegangen bist, lohnt es sich, neue Orte zu suchen. Wir haben das Glück, dass sich im Umland fast jeder Stadt erstaunliche Ziele für kurze Touren finden.
Wer Erfahrung hat, entdeckt interessante Orte schon auf der Karte. Nutze aber auch die Website deiner Stadt, die Touristeninformation und regionale Tourismusanbieter. Sehr praktisch ist auch das Portal Retkipaikka mit unzähligen Berichten über lohnende Ausflugsziele. Über den Kartendienst von Retkipaikka findest du am schnellsten Ziele in deiner Umgebung.
6. Probier neue Fortbewegungsarten aus – es muss nicht immer zu Fuß sein
Mit dem Fahrrad kommst du schnell etwas weiter weg von zu Hause – und schon gibt es viel mehr mögliche Ziele.
Auf dem Rad sind ein Rucksack mit belüftetem Rückensystem, ein Fahrradkorb oder Fahrradtaschen angenehm – so schwitzt du am Rücken nicht zu sehr.
Auch laufend lassen sich Tagestouren machen, und du legst schnell Strecke zurück. Mit einem größeren Trinkrucksack auf dem Rücken passt beim Trailrunning sogar die Brotzeit mit. Im Sommer kühlst du in den Pausen nicht so schnell aus und musst kaum zusätzliche Kleidung mitschleppen.
Vielleicht kannst du deine Tour auch paddelnd machen. Kanus und Kajaks lassen sich vielerorts leihen – oder du legst dir ein eigenes Boot zu. Ein Packraft wiegt zum Beispiel nur rund 3 kg und lässt sich problemlos mitnehmen.
Im Winter sind Langlaufski eine naheliegende Art, sich in der Natur zu bewegen. Auf Ski schaffst du oft deutlich längere Strecken als zu Fuß.
7. Überleg dir eine schöne Beschäftigung für unterwegs
Manche brauchen einen besonderen Grund, um loszuziehen. Nur zum Spazierengehen in den Wald – das reicht nicht jedem.
Der Frühling ist die Hochsaison für Wildkräuter. Lerne jedes Jahr ein paar neue kennen – Auswahl gibt es reichlich. Beachte die Regeln fürs Sammeln und sei vorsichtig mit giftigen Pflanzen.
Im Sommer reifen die ersten Beeren, und im Herbst kannst du Pilze sammeln.
Die gesammelten Beeren kannst du gleich vor Ort naschen oder mit nach Hause nehmen.
Feuer machen und Bushcraft-Fähigkeiten üben ist für viele die liebste Beschäftigung draußen. Auch Angeln und Fotografieren sind Hobbys, bei denen viele Menschen viel Zeit in der Natur verbringen. Geocaching bringt zusätzlich Abwechslung in deine Touren und führt dich an tolle neue Orte, die du sonst vielleicht nie entdeckt hättest.
8. Nimm Freunde mit
Was gibt es Schöneres, als gemeinsam mit Freunden unterwegs zu sein? Für Überraschungen ist gesorgt, wenn ihr abwechselnd Touren füreinander plant.
Planungstipps findest du in den vorherigen Punkten schon reichlich. Ein Profi-Tipp obendrauf: Gib deiner Tour einen Spannungsbogen, wie du ihn aus Filmen und Büchern kennst. Schon im antiken Griechenland erkannte man, dass Menschen eine Aufführung am meisten genießen, wenn sie einem bestimmten Muster folgt.
9. Frühstücke, iss zu Mittag oder zu Abend draußen
Am Wochenende bietet sich ein Frühstück im Freien an. Die Tour kann ganz kurz sein: mit dem Frühstück in den nächsten Wald und wieder zurück. So startest du mit Schwung in den Tag!
Ein Mittagessen, das am Lagerfeuer gekocht und gegessen wird, schmeckt allen! Mit Outdoor-Töpfen und einer Pfanne kannst du fast jedes Gericht zubereiten. Prüfe vorher unbedingt die aktuelle Waldbrandwarnstufe.
10. Touren vor der Haustür gehen auch über Nacht!
Wenn Lust und Ausrüstung vorhanden sind, spricht nichts dagegen, die Nacht draußen zu verbringen. Meist schläft man im Freien deutlich besser als drinnen – besonders in heißen Sommernächten.
Bei schönem Wetter kannst du es riskieren und nur mit Isomatte und Schlafsack unter freiem Himmel schlafen. Noch schlauer ist es, zur Sicherheit zum Beispiel ein Tarp aufzuspannen, unter das du dich bei Regen zurückziehen kannst. Es muss nicht immer ein Nationalpark sein. In Skandinavien erlaubt das Jedermannsrecht sogar das Übernachten im Wald – in Deutschland ist Wildcampen dagegen meist nicht gestattet, informiere dich also vorab über die Regeln vor Ort, etwa zu ausgewiesenen Trekkingplätzen. Egal wo: Gesunder Menschenverstand gehört dazu, und du hinterlässt keine Spuren in der Natur (wie sonst auch nicht).
Wenn im Sommer die Mücken nerven, hilft es, nur das Innenzelt als Moskitoschutz aufzubauen – bei Kuppelzelten geht das meist ganz einfach.
Wir hoffen, dass dich diese Tipps zu vielen schönen Touren inspirieren und du die Freude am Draußensein auch mit anderen teilen kannst. Touren vor der Haustür sind umweltfreundlich, tun gut und bringen dich ganz unkompliziert raus aus dem Alltag.
Einen sonnigen Sommer und schöne Touren wünscht dir das Team von Scandinavian Outdoor!


















