Trekking

Wie Isolation beim Wandern funktioniert – so bleibst du warm

Beim Wandern und Trekking hört man viele Mythen, etwa darüber, wie man im Schlafsack warm bleibt. Die Kälte strahlt vom Boden ab, durch das Fenster der Schutzhütte zieht kalte Luft herein – solche Erklärungen gibt es viele. Aber was passiert eigentlich wirklich, und welche Faktoren beeinflussen, ob du frierst?

10 Tipps, um nachts warm zu bleiben

  • Iss und trink ausreichend, bevor du schlafen gehst
  • Geh nicht durchgefroren ins Bett
  • Mach dich bei Bedarf vor dem Schlafengehen mit ein paar Übungen warm
  • Achte darauf, dass deine Isomatte ausreichend isoliert
  • Reicht die Isolation deines Schlafsacks nicht aus, zieh zusätzliche Kleidung an
  • Zieh trockene Kleidung und Socken an
  • Sorg dafür, dass keine Wärme über die Öffnung entweicht (ein guter Wärmekragen hilft)
  • Setz bei Bedarf eine Mütze auf
  • Eine Daunenjacke oder ein Daunenrock eignet sich als zusätzliche Isolation
  • Leg eine Wärmflasche in den Schlafsack

Zunächst einmal: Umgangssprachlich sprechen wir von Kälte, physikalisch geht es aber um Wärmeenergie und deren Übertragung. Wärmeenergie fließt immer von einer höheren zu einer niedrigeren Temperatur. Dabei gibt es drei Wege: Strahlung, Wärmeleitung und Konvektion.

Strahlung ist leicht zu verstehen: Wärme strahlt zum Beispiel von der Sonne oder einem Lagerfeuer ab. Du spürst sie als angenehme Wärme am Feuer oder im Frühjahr bei Sonnenschein im Schnee. Wenn du ins Feuer schaust, merkst du aber auch, dass die Wärme nur von vorne kommt – dein Rücken bleibt kalt.

Wärmeleitung findet innerhalb eines Materials statt. Gefrorener Boden zum Beispiel ist kalt: Legst du dich darauf, leitet dein Körper Wärme an den Boden ab. Das fühlt sich an, als würde Kälte vom Boden aufsteigen, obwohl in Wirklichkeit Wärme deinen Körper verlässt.

Bei der Konvektion sorgt der Temperaturunterschied dafür, dass warme Luft zum Beispiel nach oben steigt und Auftrieb erzeugt. Deshalb kann es auf einem Berggipfel wärmer sein als im Tal darunter. Dasselbe passiert, wenn du die Tür eines beheizten Zelts oder einer Hütte öffnest: Die warme Luft strömt hinaus, und es fühlt sich zugig an.

Den Wärmeverlust kannst du mit Isolation bremsen. Unterwegs liefern unter anderem Sonne, Lagerfeuer, Kocher und unser eigener Körper Wärme. Isolieren tun Kleidung, Accessoires und der Schlafsack. Ein Zelt isoliert praktisch kaum, schützt aber vor Wind und hilft so vor allem gegen Konvektion.

Wenn du nachts draußen warm bleiben willst, solltest du diese Faktoren verstehen. Der Schlafsack wirkt als Isolationsschicht zwischen kalter und warmer Luft. Dein Körper gibt Wärmeenergie ab, die die Luft im Schlafsack erwärmt – und ein gut isolierter Schlafsack lässt diese Wärme nicht zu schnell nach außen entweichen. Je kälter es draußen ist, desto mehr Isolation brauchst du.

Wenn du in den Schlafsack kriechst, muss dein Körper alles erwärmen, was sich innerhalb der Isolation befindet. Trägst du kalte Kleidung, musst du auch die erst aufwärmen. Beschleunigen kannst du das, indem du vor dem Schlafengehen eine Flasche mit heißem Wasser in den Schlafsack legst. Sie erwärmt die Luft und die Innenflächen des Schlafsacks. Je weniger Luft im Schlafsack ist, desto schneller wird er warm.

Die Isolation von Schlafsack und Kleidung beruht auf einer luftigen Füllung. Dein Körpergewicht drückt die Luft aus der Füllung unter dir jedoch heraus – nach unten wärmt der Schlafsack deshalb kaum. Genau darum ist eine ausreichend isolierende Isomatte so wichtig. Reicht die Isolation des Schlafsacks nicht, kannst du einfach mehr Kleidung anziehen. Isoliert dagegen die Isomatte zu wenig, lässt sich das unterwegs nur schwer ausgleichen.

Lockerer Schnee ist ein guter Isolator. Wenn du im Winter deinen Zeltplatz im Schnee festtrittst, bleibt zwischen dem kalten Boden und dir eine dicke Schneeschicht als Isolation – dann muss die Isomatte nicht ganz so viel leisten. In einem offenen Unterstand bei strengem Frost schläfst du dagegen kalt: Der Boden ist eisig, und die offene Seite bietet keinen Windschutz.

Manchmal hört man, dass man nackt im Schlafsack am wärmsten bleibt. Das stimmt teilweise und beruht auf demselben Prinzip wie beim Fäustling. Im Fäustling liegen die Finger ohne Isolation dazwischen direkt aneinander, sodass Wärme von einem Finger zum anderen geleitet wird. Im Schlaf funktioniert das ähnlich: Dort, wo Haut auf Haut liegt, wird Körperwärme von Haut zu Haut übertragen. Das ist aber längst nicht so effektiv wie gut isolierende Kleidung, die den Wärmeverlust über die Haut grundsätzlich bremst. Probier es ruhig aus: Du wirst merken, wie schwer es ist, viel Hautkontakt herzustellen – und wie schwierig es ist, etwa die Beine aneinanderzuhalten und dabei einzuschlafen.

Am einfachsten bleibst du warm, indem du mehr Isolation hinzufügst. Hast du luftige, gut isolierende und trockene Kleidung dabei, zieh lieber mehr davon an, statt nackt zu schlafen.

Dein Körper braucht Energie, um Wärme zu erzeugen. Die bekommt er über Essen und Trinken. Also: Iss und trink ausreichend, damit du im Schlaf warm bleibst.

Mehr zur Auswahl von Schlafsack und Isomatte liest du hier.

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