Trekking

Tipps für die Herbstwanderung

In diesem Beitrag findest du Tipps für eine Wanderung zur Ruska, der herbstlichen Laubfärbung im Norden. Wenn du gern wanderst und draußen übernachtest, musst du dich nicht auf den Sommer beschränken. Im Norden sind die Jahreszeiten ausgeprägt, und am intensivsten erlebst du sie, wenn du die Nächte draußen verbringst. Die Ruska-Zeit gehört zu den schönsten Phasen des Jahres, kann aber auch deine Ausrüstung fordern. Nach einem warmen Sommer überraschen Kälte und Regen oft schneller als gedacht.

8 Tipps für deine Herbstwanderung

  • Wähle den richtigen Zeitpunkt
  • Die Ruska wandert in Finnland von Norden nach Süden – in Lappland sind die Farben meist Anfang September am intensivsten, weiter südlich erst später im Herbst.
  • Rechne mit wechselhaftem Wetter
  • Im Herbst schwanken die Temperaturen stark, Regen und Wind gehören dazu. Auch Nachtfrost ist möglich.
  • Setz auf das Zwiebelprinzip
    Atmungsaktive Baselayer, eine wärmende Isolationsschicht sowie eine solide Hardshelljacke und -hose bilden die Grundlage jeder Herbstwanderung.
  • Schütze deine Ausrüstung vor Nässe
    Die Regenhülle des Rucksacks allein reicht nicht immer – pack die wichtigsten Sachen in Packsäcke.
  • Wähle deine Unterkunft passend zu den Bedingungen
    Im Herbst muss dein Zelt Wind und Regen standhalten und trotzdem genug Belüftung bieten, damit du die Feuchtigkeit in den Griff bekommst.
  • Denk an die kälteren Nächte
    Ein wärmerer Schlafsack und eine gut isolierende Isomatte sorgen für mehr Komfort und Sicherheit.
  • Genieß die besonderen Momente des Herbstes
    Die Farben der Ruska, die ruhigere Natur, vielleicht Polarlichter sowie Beeren und Pilze machen eine Herbstwanderung einzigartig.
  • Behalte die Wettervorhersage im Blick und plane flexibel
    Die Bedingungen im Herbst können schnell umschlagen. Plane deshalb Ausweichrouten ein.

Bei voller Sonne leuchten die Herbstfarben besonders kräftig, und der blaue Himmel setzt einen schönen Kontrast.

Was eine Herbstwanderung von einer Sommerwanderung unterscheidet

Im Sommer machen dir oft schwüle Hitze und helle Nächte zu schaffen, die dich im Schlafsack wach halten können. Die beginnende Dunkelheit im Herbst wirkt dagegen spannend und fast romantisch. In Lappland gibt es dann schon Nachtfrost, und kräftiger Regen sowie Wind sind im Herbst keine Seltenheit.

Im Herbst beginnt auch die Polarlichtsaison. Polarlichter und Herbstfarben zusammen – das ist magisch. Denk aber an die Regeln zum Feuermachen: Ein Lagerfeuer ist nicht vom Jedermannsrecht gedeckt.

Im Sommer gilt oft Wald- oder Grasbrandwarnung, und ein Feuer braucht man ohnehin kaum. Im Herbst kannst du die Lagerfeuersaison wieder eröffnen und den Sternenhimmel bestaunen, während die Baumkronen im gelben Feuerschein tanzen.

Mit etwas Glück ist es richtig warm – oder eben nasskalt. Genau das ist die größte Herausforderung. Schau dir vorab die Wettervorhersage an, aber rechne damit, dass sie sich täglich ändert und du das tatsächliche Wetter erst vor Ort siehst. Das Wetter kann schnell und unerwartet umschlagen, deshalb lohnt es sich, vorbereitet zu sein. Wenn möglich, prüfe die Vorhersage auch unterwegs jeden Tag.

Frische Beeren geben dem Porridge am Morgen mehr Geschmack – von den Vitaminen ganz zu schweigen.

Zu den schönsten Seiten von Spätsommer und Herbst gehören frische Beeren direkt vom Strauch – und natürlich Pilze.

Ausrüstung richtig packen

Mit Regen musst du beim Packen immer rechnen, im Herbst aber ganz besonders. Die Regenhülle des Rucksacks allein reicht nicht, sie hilft nur bei gelegentlichen Schauern. Alles, was auch nur ein bisschen feuchtigkeitsempfindlich ist, packst du am besten gleich in Packsäcke.

Eine Ruska-Tour geht auch auf dem Wasser. Beim Packraft kannst du deine Ausrüstung im Inneren verstauen, wo sie vor Nässe geschützt ist.

Schlafsack, Kleidung, Karte und Proviant sind besonders anfällig für Feuchtigkeit und können nass unbrauchbar werden.

Wettergerechte Kleidung

Während der Ruska-Zeit ist zwischen 20 Grad plus und Frost fast alles möglich. Es kann knochentrocken oder klatschnass sein. Auf beides solltest du dich bei der Kleidung einstellen.

Die Sonne scheint nicht immer. Stell dich auf Wanderungen auch mental auf Regenphasen ein. Draußen kommst du bei jedem Wetter zurecht.

Im Herbst gibt dir eine gute Hardshelljacke Sicherheit, eventuell ergänzt durch eine Hardshellhose oder einen Regenrock. Für Trekkingtouren sollte die Jacke dem Gewicht und der Reibung des Rucksacks standhalten und eine ausreichend hohe Wassersäule haben. 10.000 mm reichen meist nicht: Wenn der Rucksack auf den Rücken drückt, kann Wasser durchdringen.

In der Wildnis bist du abseits der Pfade unterwegs und durchquerst Gewässer auch watend – manchmal sogar mit Wanderschuhen. Überleg dir deshalb gut, ob du wasserdichte Schuhe willst oder nicht.

Auf Wegen funktionieren wasserdichte Schuhe gut. Dort gibt es meist nur kleine Pfützen, über Flüsse und Bäche führen Brücken, und nasse Vegetation macht deine Füße nicht nass.

Die richtige Unterkunft für die Ruska-Wanderung

Viele Wanderer haben nur ein Zelt oder eine Unterkunft – und damit geht es los. Wenn du aber mehrere besitzt oder dir ein Zelt für den Herbst zulegen willst, wähle ein Modell, das starkem Wind standhält und trotzdem gut belüftet ist.

Eine Herbstnacht in einer offenen Schutzhütte ist romantisch und unkompliziert. Am Morgen musst du kein nasses Zelt einpacken. Rechne aber mit anderen Wanderern und nimm immer auch deine eigene Unterkunft mit.

Bei Herbstregen ist Kondensation ein häufiges Problem: Feuchtigkeit schlägt sich an den Innenwänden des Zelts nieder. Dagegen hilft eine gute Belüftung, und für mehr Komfort sorgt ein Footprint, also eine Unterlage unter dem Zelt. Für viele Zeltmodelle gibt es einen passenden Footprint, der genau auf die Zeltform zugeschnitten ist und sich am Zeltboden befestigen lässt. So steigt weniger Feuchtigkeit vom Boden auf, und du bekommst zusätzlich einen Boden in der Apsis, also im Vorraum.

Natürlich spricht nichts gegen ein Tarp oder eine Hängematte. Damit ist die Belüftung meist sogar besser. Bei starkem Wind ist mit dem Tarp aber Vorsicht geboten – such dir dann einen etwas geschützteren Lagerplatz.

Wo und wann ist die beste Ruska-Zeit?

Die Ruska-Farben zeigen sich an Laubbäumen, aber auch am Boden – an Zwergsträuchern und krautigen Pflanzen. In Nordlappland beginnen die schönsten Farben fast immer in der zweiten Septemberwoche. Besonders intensiv leuchten das Laub der Fjellbirken sowie Zwergbirke, Heidelbeere, Rauschbeere und Alpen-Bärentraube. War es vorher trocken, ist die Ruska meist schöner. Starker Wind lässt die Blätter schneller fallen, ansonsten kann die Färbung etwas länger anhalten.

Mal färbt sich der Boden vor dem Laub, mal werden die Blätter vor den Zwergsträuchern gelb.

Viele denken bei der Ruska nur an Lappland, dabei kannst du die Farbenpracht in ganz Finnland erleben. Im Süden ist die Vielfalt der Bäume sogar größer: Ahorn, Eiche, Erle und Eberesche färben sich wunderschön und wechseln zu unterschiedlichen Zeiten die Farbe. Die Herbstfarben können mehrere Wochen anhalten.

Herbstfarben in Südfinnland von ihrer schönsten Seite im Teijo-Nationalpark.

Die Ruska wandert langsam nach Süden: Die Region Kuusamo erreicht sie Mitte September, Kajaani Ende September, die Gegend um Tampere Anfang Oktober und die Süd- und Südwestküste oft erst Mitte Oktober.

Auch wenn dir die Zeit für eine Wanderung während der Ruska fehlt, lohnt sich zumindest eine Nacht draußen in der Natur. Du musst dafür nicht weit fahren – die schönsten Herbstfarben findest du vielleicht im Wald direkt vor deiner Haustür.