Trekking

Tarp auswählen und aufbauen

Ein Tarp ist eine planenartige “Zeltbahn”, aus der du unterwegs schnell ein Dach baust. Auf Tagestouren dient es als Wind- und Regenschutz, über der Hängematte als Regendach, und du kannst daraus ganz unterschiedliche Unterkünfte aufbauen, sogar ein Zelt.

10 Tipps für den Tarp-Aufbau

  • Wähle die passende Größe: Gängig sind etwa 3×3 m. Als Schutz auf Tagestouren reicht oft ein kleineres Tarp, und für Hängematten gibt es eigene Zuschnitte.
  • Firstleine zwischen zwei Bäumen: Am einfachsten spannst du eine Firstleine zwischen zwei Bäume und nutzt sie als obere Linie für dein Tarp.
  • Räum den Untergrund frei: Entferne größere Äste und Zweige, bevor du das Tarp abspannst.
  • Nutze Prusikschlingen: Mit Prusikschlingen lässt sich das Tarp auf der Firstleine verschieben und die Spannung bequem einstellen.
  • Spann die Leinen straff: Je straffer die Firstleine, desto stabiler sitzt das Tarp.
  • Viele Aufbauvarianten: Mit der Firstleine baust du verschiedene Dächer und Lean-tos, zum Beispiel ein Satteldach oder ein klassisches Lean-to.
  • Ein Baum reicht: Gibt es nur einen Baum, befestigst du das Tarp daran und spannst die gegenüberliegende Ecke zum Boden ab oder nimmst einen Trekkingstock zu Hilfe.
  • Stöcke statt Bäume: Ganz ohne Bäume ersetzen zwei Trekkingstöcke oder Äste die Firstleine und halten das Tarp oben.
  • Schütze das Tarp vor scharfen Kanten: Richte das Tarp sorgfältig aus, damit Steine und Zweige den Stoff nicht aufreißen.
  • Probier verschiedene Aufbauten aus: Es gibt unzählige Varianten (etwa Lean-to, Loue oder Satteldach). Übe mehrere davon, dann findest du draußen schnell die passende Lösung.

Mit einem Trekkingstock wird aus dem Tarp ein wind- und wasserdichtes Zelt.

In unserem Sortiment findest du verschiedene Tarps. Ein typisches Dach-Tarp misst etwa 3x3 m, als Wind- und Regenschutz auf Tagestouren genügt auch ein kleineres. Für Hängematten gibt es außerdem Tarps, deren Form speziell auf diesen Einsatz zugeschnitten ist.

Günstigere Tarps bestehen aus Polyestergewebe mit wasserdichter Polyurethanbeschichtung. Leichtere Modelle der mittleren Preisklasse sind aus Ripstop-Nylon mit derselben PU-Beschichtung. Bei den teuersten Tarps kommt meist silikonbeschichtetes Nylon oder Ripstop-Cordura zum Einsatz.

Ein Tarp kostet vergleichsweise wenig und ist dabei enorm vielseitig. Für Einsteiger ist es eine unkomplizierte Unterkunft, für erfahrene Outdoorer ein fester Bestandteil der Ausrüstung. Im Winter eignet es sich für geschützte Plätze, im Sommer nutzt du es mit oder ohne Moskitonetz. Unter dem Tarp schläfst du gut an der frischen Luft, blickst direkt in die Landschaft und hörst die Geräusche der Natur.

Tarp aufbauen

Ein Tarp lässt sich auf unzählige Arten aufbauen. Hier zeigen wir dir eine davon. Auf allen Bildern ist das DD Hammocks Tarp 3X3 im Einsatz. Es ist günstig, robust und vielseitig, eignet sich für viele verschiedene Aufbauten und funktioniert auch als Dach über der Hängematte.

Firstleine spannen

Am einfachsten und beliebtesten ist es, eine Firstleine zwischen zwei Bäume zu spannen. Räum vorher die größten Äste und Zweige vom Boden. Die Firstleine sollte so straff wie möglich sein. Mit Prusikschlingen befestigst du das Tarp an der Firstleine und kannst es dann leicht daran entlang verschieben.

Am Ende des Beitrags findest du außerdem ein Video, das alles Schritt für Schritt zeigt.

Ein Ende der Firstleine bindest du mit einem Spannknoten am Baum fest, am anderen Ende ziehst du die Leine straff.

Prusikschlinge und Prusikknoten

Die Prusikschlinge kennen unter anderem Kletterer und Wildwasserpaddler mit Rettungsausbildung. Sie leistet aber auch gute Dienste, wenn du ein Tarp an der Firstleine befestigst.

Hier geht es ausschließlich um den Einsatz beim Tarp-Aufbau. Verwende diese Methode nicht zum Klettern oder für die Seilrettung.

Für diesen Zweck fertigst du die Prusikschlinge aus einer etwa 30 cm langen Schnur. Sie funktioniert besser, wenn sie dünner ist als die Firstleine. Die Schnur verbindest du mit einem Spierenstich zu einer Schlinge, siehe Video am Ende. Beim Klettern und in der Rettung kommen andere Knoten zum Einsatz.

Wickle die Schlinge ein paar Mal um die Firstleine. Ohne Zug lässt sich der Prusik nun auf der Leine verschieben. Sobald du an der Schlinge ziehst, klemmt der Knoten und bleibt an seiner Position.

An dieser Schlinge befestigst du jetzt ganz einfach das Tarp, zum Beispiel mit einem kleinen Stock als Knebel. Du kannst das Tarp natürlich auch ohne Prusik festbinden, mit diesem Trick lässt es sich aber deutlich leichter justieren. Die Prusikschlingen kannst du an der Firstleine lassen, dann sind sie beim nächsten Mal schon bereit.

Tarp-Aufbau mit und ohne Firstleine

Jetzt lässt sich das Tarp problemlos an der Firstleine befestigen und auf zahllose Arten aufbauen. Mit der Firstleine entstehen verschiedene Lean-tos und Satteldächer.

Im Video unten siehst du vier verschiedene Lean-to-Varianten und einige Dachaufbauten. Außerdem zeigt es, wie du die Firstleine spannst und die Prusikschlingen herstellst und verwendest.

Mit nur einem Baum kannst du aus dem Tarp auch eine Unterkunft im Loue-Stil bauen. Dabei bindest du eine Ecke am Baum fest, spannst die gegenüberliegende Ecke zum Boden ab und fixierst auch die Seiten an den Ecken. Davon gibt es ebenfalls zahlreiche Abwandlungen.

Stehen keine Bäume zur Verfügung, ersetzen zwei Trekkingstöcke oder Äste die Firstleine. Auch ein Zelt lässt sich aus dem Tarp bauen, als Stütze dienen dann Trekkingstock, Paddel, Kamerastativ oder ein Ast. Achte dabei auf scharfe Kanten, damit das Tarp nicht einreißt.

Das Video zum Tarp-Aufbau findest du hier.

Viel Spaß unter dem Tarp wünscht Scandinavian Outdoor.