Trekking

Tipps von Outdoor-Experte Mikko zum Zeltkauf

Vom 30.5. bis 9.6.2019 feiern wir in unseren Filialen und in unserem Onlineshop die Zeltwoche für Outdoorfans. Gemeinsam mit unserem Outdoor-Experten Mikko haben wir für alle, die über einen Zeltkauf nachdenken, zusammengestellt, worauf es bei der Entscheidung ankommt.

Mikko arbeitet in unserer Filiale im Hansa-Viertel in Turku und gehört zu unseren Zeltexperten. Er hat viel praktische Erfahrung mit dem Aufbau und der Nutzung unserer verschiedenen Zeltmodelle – seine Tipps würden locker auch für einen längeren Artikel reichen.

MIKKOS 10 TIPPS FÜR DEN ZELTKAUF

Wofür brauchst du das Zelt?

Wähle das passende Zelt für deine Aktivität. Unser Zeltsortiment ist in vier Kategorien unterteilt: Familien- und Campingzelte, Trekkingzelte, Hängematten und Campingmöbel sowie Tarps und Shelter.

Das Zelt Hawu 4 im Muddus-Nationalpark, Schweden.

Familien- und Campingzelte eignen sich für Pfadfinder, Familien und Gruppen allgemein – etwa für Wintertouren, bei denen ein großes Zelt meist sinnvoller ist als mehrere kleine. Auch auf dem Campingplatz oder bei Touren mit festem Basislager bietet dir ein großes Zelt mehr Komfort.

Für Trekkingtouren solltest du dagegen ein leichteres Zelt wählen, denn ein schweres Zelt über längere Strecken zu tragen, macht keinen Spaß. Trekkingzelte sind in der Regel leichter als Campingzelte und halten auch rauerem Wetter stand. In diesem Beitrag konzentrieren wir uns deshalb vor allem auf Tipps zur Wahl eines Trekkingzelts.

Als Alternative zum Zelt führen wir auch Hängematten und Tarps, diesmal geht es aber ums Zelt.

Zeltgröße – Anzahl der Personen

Eines der wichtigsten Kriterien beim Zeltkauf ist die Anzahl der Personen, die darin schlafen sollen – sie bestimmt die Größe. Auf unserer Zeltseite kannst du deshalb ganz einfach nach Personenzahl filtern.

Die Personenzahl kann von Tour zu Tour variieren. Mal teilst du dir das Zelt mit einem Freund, mal bist du solo unterwegs. Dann lohnt sich die Überlegung, ob du einen Kompromiss eingehst und ein Zelt kaufst, das für mehrere Situationen passt, oder ob du dir für unterschiedliche Touren verschiedene Unterkünfte zulegst.

Du musst nicht unbedingt ein Zelt mit genau der “richtigen” Personenzahl kaufen. Viele Modelle gibt es in mehreren Größen, und der Gewichtsunterschied zwischen der Zwei- und der Dreipersonenversion ist oft minimal. Für zwei Personen kann sich also auch ein Dreipersonenzelt lohnen: Mit etwas Mehrgewicht bekommst du deutlich mehr Platz im Zelt – und damit mehr Komfort.

Große oder kleine Apsis?

Die Apsis ist der Vorraum des Zelts. Hier verstaust du deine Ausrüstung, kochst oder sitzt mit anderen beim Frühstück zusammen, während ihr darauf wartet, dass der Regen aufhört.

Fjällräven Abisko Shape 3 im Sarek-Nationalpark, Schweden.

In einer großen Apsis ist Platz für die Ausrüstung, und du kannst dort auch vorsichtig kochen. Die Hersteller raten zwar davon ab, Kocher im Zelt zu benutzen – wenn du aber für gute Belüftung sorgst und umsichtig mit dem Kocher umgehst, ist das trotzdem sicher.

Innen- und Außenzelt getrennt oder verbunden?

Kuppelzelte gibt es in zwei Bauweisen: Bei der einen wird ein separates Innenzelt an den Zeltstangen aufgehängt, bei der anderen sind Innen- und Außenzelt miteinander verbunden und die Stangen werden in die Kanäle des Außenzelts geschoben.

Beim Marmot Limelight 2P zum Beispiel werden die Stangen am Innenzelt befestigt. Du baust also zuerst das Innenzelt auf und knöpfst dann das wasserdichte Außenzelt darüber. An heißen Sommertagen kannst du das Zelt so auch nur mit dem Innenzelt nutzen – für maximale Belüftung und Schutz vor Mücken.

Bei manchen Kuppelzelten wie dem Fjällräven Dome 2 laufen die Stangen in Kanälen am Außenzelt, sodass das ganze Zelt in einem Schritt steht. Bei Regen ist das ein Vorteil: Das Innenzelt wird beim Aufbau kaum nass. Du kannst das Innenzelt zwar ausknöpfen, aber nicht ohne das Außenzelt aufstellen.

Bei Tunnelzelten verlaufen die Stangen fast immer im Außenzelt.

Tunnel- oder Kuppelzelt?

Die häufigste Frage überhaupt: Tunnel- oder Kuppelzelt? Beide Bauarten haben ihre Vor- und Nachteile.

Tunnelzelte sind in Skandinavien wohl das beliebteste Zeltmodell. Sie haben eine große Apsis und ein gutes Verhältnis von Raum zu Gewicht. Richtig zum Wind ausgerichtet und mit fest sitzenden Heringen und Abspannleinen hält ein Tunnelzelt auch heftigem Sturm stand. Da Tunnelzelte recht lang sind, ist es am Lagerplatz manchmal schwierig, eine ausreichend große und ebene Fläche zu finden.

Das Tunnelzelt Fjällräven Abisko Shape 3 hat sich in den Stürmen im Sarek bewährt.

Der Vorteil von Kuppelzelten ist, dass viele freistehend sind: Du kannst sie ohne Heringe aufbauen, etwa auf Fels oder einer Holzplattform. Außerdem brauchen Kuppelzelte oft weniger Grundfläche, sodass du auch an engen Stellen leichter einen Platz findest. Die Apsis ist bei Kuppelzelten allerdings meist eher klein.

Gewicht

Über das Gewicht solltest du vor dem Kauf gründlich nachdenken. Es zählt vor allem auf Trekkingtouren mit langen Tagesetappen, bei denen du jeden Tag dein Lager verlegst. Auch bei Radtouren und Ähnlichem ist ein leichtes Zelt mit kleinem Packmaß ein klarer Vorteil.

Achte beim Trekkingzelt auf das Gewicht – auf langen Touren trägst du ein leichtes Zelt deutlich lieber. Im Bild: das Fjällräven Abisko Shape 3 unter dem Rucksack, ohne Zeltstangen.

Besonders leichte Zelte findest du zum Beispiel in unserer Ultraleicht-Abteilung.

Ganzjahreszelt oder Sommerzelt?

Wenn du das Zelt das ganze Jahr über nutzen willst, stellt sich wieder die Frage: ein Zelt, das auch wintertauglich ist, oder ein leichteres Zelt für den Sommer und ein zweites für den Winter?

Dein Budget

Denk beim Zeltkauf daran, dass sich ein etwas höherer Preis langfristig oft rechnet. Wenn du dein Zelt viel nutzt, hält ein günstiges Modell unter Umständen nicht so lange – oder du kaufst enttäuscht ein neues und das alte verstaubt im Regal. Wenn du dagegen nur ein paar Mal im Jahr zeltest, musst du nicht unbedingt zum teuersten Modell greifen.

Aufbau und kleine Details

Jedes Zelt baut sich anders auf. Zwei auf den ersten Blick sehr ähnliche Zelte können unterschiedlich schnell stehen. Viele kleine Details machen den Unterschied, etwa bei Spannleinen, Türen, Reißverschlüssen und Belüftung. Wenn du nach einem langen Tourentag müde bist, nervt jedes zusätzliche Gefummel.

Wer ein teureres und ein günstigeres Zelt derselben Bauart ein paar Mal aufgebaut hat, merkt schnell: Neben Haltbarkeit und Verarbeitung gibt es viele kleine Dinge, die den höheren Preis rechtfertigen.

Zeltstangen

Zeltstangen gibt es aus drei verschiedenen Materialien. Die günstigsten Zelte, die vor allem für den Campingplatz gedacht sind, haben meist Stangen aus Glasfaser. Glasfaser ist nicht die haltbarste Option, lässt sich unterwegs oft nicht reparieren, und nach einem Bruch brauchst du in der Regel eine neue Stange.

Trekkingzelte haben meist Stangen aus Aluminium. Sie halten mehr Wind aus und sind leichter als Glasfaserstangen. Eine Aluminiumstange kannst du auch unterwegs reparieren.

Bei sehr leichten Zelten kommen Stangen aus Carbon zum Einsatz. Sie sind teurer, aber ebenfalls robust.

Weitere Hinweise

Mit aufmerksamer Nutzung und sorgfältiger Pflege verlängerst du die Lebensdauer deines Zelts. Befreie es beim Einpacken immer von Schmutz und lagere es zu Hause gut getrocknet. Bei manchen Modellen sind die Nähte mit Baumwollgarn genäht. Das Garn muss erst nass werden und aufquellen – danach sind die Nähte wasserdicht.

Bei einem neuen Zelt solltest du deshalb keinen Seam Sealer auf die Nähte auftragen. Bei einem gebrauchten Zelt kannst du die Nähte damit irgendwann nachdichten.

Achte darauf, dass kein Schmutz, Sand oder Matsch in die Reißverschlüsse gerät. Reinige sie ab und zu, zum Beispiel mit einer Zahnbürste.

Wir führen außerdem viel Zeltzubehör, für manche Zelte gibt es auch passende Extras wie Footprints. Ein Footprint ist eine robuste Zeltunterlage, die den Zeltboden auf felsigem oder steinigem Untergrund schützt und auf sehr nassem Boden die Feuchtigkeit fernhält.

Auf dem Markt gibt es Zelte in allen Formen und Preisklassen. Wenn dir der Zeltkauf anfangs schwierig vorkommt, frag einfach unsere Outdoor-Experten. In unseren Filialen beraten wir dich gern.

Schau vorbei – in unserem Onlineshop oder in unseren Filialen!