Einfach mal abhängen – Grundlagen des Hängemattencampings
Das Übernachten in der Hängematte ist in den letzten Jahren richtig beliebt geworden, und das nicht ohne Grund. Mit etwas Übung ist die Hängematte schnell aufgebaut, die Ausrüstung lässt sich bei Bedarf klein verpacken, und viele genießen es einfach, in der Hängematte zu entspannen.

Die Hängematte eignet sich besonders gut für felsigen, steinigen und unebenen Untergrund, auf dem sich ein Zelt nur schwer aufbauen lässt. Solange es vor Ort Bäume gibt, klappt der Aufbau meistens.

Mit der Hängematte kannst du einen Aussichtsfelsen als Lagerplatz wählen, auf dem ein Zelt kaum aufzubauen wäre. Das grüne Tarp fügt sich in die Natur ein. Selbst auf einem Luftbild ist der Hängemattenschläfer kaum zu entdecken.
Wenn du die Nacht draußen in der Hängematte verbringen willst, reicht die Hängematte allein nicht aus.
Für die Übernachtung in der Hängematte brauchst du folgende Ausrüstung:
- Hängematte
- Baumgurte + Befestigungsmaterial
- Tarp (Regenschutz) + Abspannleinen und Heringe
- Moskitonetz (nicht nötig, wenn gerade keine Mückenzeit ist)
- Underquilt oder Isomatte
- Schlafsack oder Topquilt

Im Bild: Moskitonetz, Baumgurte und Hängematte von Ticket To The Moon sowie das Tarp von DD Hammocks. Im Set fehlen noch Isomatte/Underquilt und Schlafsack/Topquilt.
Die Wahl der Hängematte
In unserem Sortiment findest du Hängematten für ganz unterschiedliche Ansprüche, unter anderem von Ticket To The Moon, DD Hammocks, Eagles Nest Outfitters, Sea To Summit, Robens, Bushmen und Amazonas. Die Hängematte selbst ist meist eine recht günstige Anschaffung. Es gibt sie in verschiedenen Größen, als sogenannte Ein- und Zweipersonenversionen. Zu zweit schläft man allerdings selten in einer Hängematte. Die Bezeichnungen stehen eher für die Größe. Mit einer kleineren Hängematte sparst du Gewicht, eine größere bietet dir natürlich mehr Platz zum Liegen.

Neben der Größe ist bei der Wahl der Hängematte noch eine weitere Frage wichtig: Willst du eine Isomatte oder einen Underquilt verwenden? Wenn du mit Isomatte schlafen möchtest, wähle am besten eine sogenannte doppellagige Hängematte. Doppellagig heißt, dass es ein eigenes Fach für die Isomatte gibt, in dem sie gut an ihrem Platz bleibt. Ohne dieses Fach verrutscht die Matte leicht, sobald du dich auf die Seite drehst, und an erholsamen Schlaf ist dann kaum zu denken.
Weiteres Zubehör ist bei Hängematten meist nicht dabei. Du stellst dir alles separat zusammen. Es gibt Ausnahmen: Manche Modelle werden mit Moskitonetz und Befestigungsmaterial geliefert, zum Beispiel die DD Hammocks Frontline Hammock.
Baumgurte und Befestigungsmaterial für die Hängematte
Ein Baumgurt ist ein Befestigungsgurt, der um den Baumstamm gelegt wird. Da viel Gewicht an der Hängematte hängt, musst du sicherstellen, dass die Baumrinde keinen Schaden nimmt. Eine dünne Schnur schneidet sich in die Rinde ein, ein breiterer Gurt dagegen nicht.

Im Bild: der Baumgurt Ticket To The Moon Moon-Strap.
Den Baumgurt kannst du auf verschiedene Arten befestigen. Wichtig ist nur, dass die Rinde nicht beschädigt wird. Die Hängematte selbst hängst du mit Karabinern in den Gurt ein. Bei manchen Modellen sind Haken schon dabei, etwa bei den meisten Hängematten von Ticket To The Moon.

Der Haken der Ticket To The Moon Hängematte passt direkt in die Schlaufen des Baumgurts.
Zwischen Hängematte und Baumgurten kannst du auch eine verstellbare Aufhängung nutzen, zum Beispiel DD Hammocks Whoopie Slings.
Wenn du deine Hängematte auch zu Hause aufhängen möchtest, helfen dir zum Beispiel Eagles Nest Outfitters Deluxe Hammock Hanging Kit oder Ticket To The Moon Hammock Anchor.
Tarp für die Hängematte
Ein Tarp ist eine planenartige “Stoffbahn”, die du auf unzählige Arten für unzählige Zwecke abspannen kannst. Es gibt spezielle Hängematten-Tarps, deren Schnitt auf die Hängematte abgestimmt ist, sodass sie von allen Seiten vor Wind schützen. Das brauchst du vor allem bei Frost im Winter. Ein Beispiel ist das Ticket To The Moon Full Moon Tarp.

Das DD Hammocks Tarp 3×3 hat eine gute Größe für die Hängematte und ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis.
Häufig wird jedoch ein quadratisches Tarp verwendet, das rautenförmig über der Hängematte abgespannt wird. Die lange Diagonale verläuft dann über der Hängematte und bietet den besten Schutz vor Regen.
Abspannen musst du das Tarp natürlich nicht immer, wenn du sicher bist, dass es trocken bleibt. Du kannst auch die Seite zur Aussicht hin hochklappen, wenn du vor dem Einschlafen noch die Landschaft genießen willst.
Tarps gibt es in vielen Gewichtsklassen und Qualitäten. Schwerere Tarps sind oft robuster und langlebiger, ein leichtes Tarp trägt sich aber angenehmer und lässt sich deutlich kleiner verpacken. Bist du zum Beispiel mit dem Fahrrad unterwegs, achtest du neben dem Gewicht auch auf das Packmaß.
Zum Abspannen des Tarps brauchst du außerdem Leinen und Heringe.
Moskitonetz für die Hängematte
In der Mückenzeit wird ohne Moskitonetz nichts aus dem Schlaf. Das Netz hilft dir auch, warm zu bleiben: Es hält Wind ab, und ein Teil deiner Körperwärme bleibt darunter.

Ticket To The Moon Convertible BugNet 360 Moskitonetz in Schwarz.
Bei Hängematten ist selten ein Moskitonetz dabei, du musst es also separat kaufen. Die Netze unterscheiden sich etwas in der Befestigung und sind in verschiedenen Farben erhältlich. Durch ein dunkles Netz siehst du bei Sonne besser hindurch, ein grünes ist etwas unauffälliger im Gelände, und ein weißes Netz soll weniger Insekten anlocken.
Underquilt oder Isomatte für die Hängematte
Ein Schlafsack allein hält dich in der Hängematte nicht warm, nicht einmal im Sommer. Die Füllung wird unter deinem Körpergewicht zusammengedrückt, und kalte Luft gelangt direkt an den Körper. Die Isolierung nach unten ist oft sogar wichtiger als die nach oben.
Doppellagige Hängematten haben ein eigenes Fach für die Isomatte, in dem sie an ihrem Platz bleibt. Ansonsten kann eine Isomatte in der Hängematte ziemlich mühsam sein. Mumienförmige Isomatten funktionieren in der Hängematte meist besser, und die Luftkammern sollten idealerweise längs verlaufen, damit sich die Matte leichter biegt. Lass außerdem etwas Luft ab: So bleibt die Matte besser liegen und passt sich der Form der Hängematte an.
Die meisten Hängemattenschläfer schwören allerdings auf einen Underquilt, auch Underblanket oder Unterdecke genannt. Das gute Stück hat viele Namen.

Bushmen Glow -12 Underquilt an der Hängematte befestigt.
Der Underquilt umschließt die Hängematte von unten wie eine Hülle. An den Seiten isoliert er besser als eine Isomatte. Die Isolationsleistung wird wie bei Schlafsäcken angegeben, nämlich mit einem Komfortwert. Das ist die Temperatur, bei der du theoretisch noch gut schläfst.
Wenn du ein Moskitonetz verwendest, kannst du es über das gesamte Set ziehen.
Schlafsack oder Topquilt für die Hängematte
Wie gesagt: Ein Schlafsack allein reicht in der Hängematte nicht, um warm zu bleiben, weil er unter dir zusammengedrückt wird und seine Isolationswirkung verliert. Aus dieser Erkenntnis heraus entstand der Topquilt oder Quilt, bei dem Stoff und Isolierung unter dem Körper bewusst weggelassen werden. Er ist also eher eine Decke als ein Schlafsack.
Quilts lassen sich auch ohne Hängematte mit einer Isomatte nutzen. In der Hängematte funktionieren sie aber besonders gut in Kombination mit einem Underquilt, der auch an den Seiten hochreicht und dort isoliert. Im Vergleich zu einem klassischen Schlafsack sparst du mit einem Quilt außerdem Gewicht und Packmaß.

Der Thermarest Corus Quilt funktioniert auch ohne Hängematte mit einer Isomatte.
Unser Quilt-Sortiment ändert sich je nach Saison und Verfügbarkeit. Meist findest du bei uns aber zum Beispiel Modelle von Rab, ENO und Thermarest.
Einen Ratgeber zur Wahl des Schlafsacks findest du hier.
Alles über Daune und ihre Eigenschaften erfährst du hier.
Weitere Tipps zum Schlafen in der Hängematte
Spann die Hängematte nicht zu straff zwischen die Bäume. Als Faustregel gilt, dass die Aufhängung in einem Winkel von etwa 30 Grad hängen sollte. Leg dich nicht ganz gerade hinein, sonst liegst du krumm wie eine Banane. Leg dich lieber leicht schräg, das verbessert die Liegeposition deutlich.
Bei Regen kann Wasser an den Aufhängeleinen entlanglaufen und schließlich in die Hängematte gelangen. Dagegen hilft ein einfacher Trick: Binde ein Stück Schnur fest um die Aufhängung und lass die Enden nach unten hängen. Das herablaufende Wasser sammelt sich an der Schnur und tropft daran zu Boden.
Der Aufbau der Hängematte kann sich anfangs schwierig und langwierig anfühlen. Hast du dein eigenes Setup erst einmal gefunden, geht es jedes Mal leichter, und irgendwann steht alles im Handumdrehen, ganz ohne langes Tüfteln.

Nicht jeder schläft gern in der Hängematte. Ausprobieren kannst du es aber ohne große Investitionen, wenn du Isomatte und Schlafsack schon hast. Ein Tarp ist beim Wandern und Campen ohnehin nützlich. Hängematte und Moskitonetz kosten kein Vermögen. Und falls dir das Schlafen darin doch nicht zusagt, nutzt du die Hängematte eben für Tagestouren oder zum Faulenzen im Garten.
Viele Underquilts lassen sich auch ohne Hängematte als Decke zusammen mit einer Isomatte verwenden und sind damit vielseitig einsetzbar.
Im Video zeigt dir Jaska Halttunen vom finnischen Blog Fillaripäiväkirja, wie er sein Setup aufbaut:
Viel Spaß beim Abhängen zwischen den Bäumen!