Unkompliziert auf Übernachtungstour — Tipps und Packliste
Eine Übernachtung draußen ist ein einfacher Weg, mitten im Alltag ein kleines Abenteuer zu erleben. Im Sommer, wenn es warm ist, musst du keine schweren Kleidungsstücke oder dicken Schlafsäcke schleppen. Mit überschaubarer Ausrüstung kannst du direkt vor deiner Haustür eine Tour mit Übernachtung machen.
Für eine Übernachtung draußen musst du nicht aufs Wochenende warten. Nach der Arbeit bleibt oft genug Zeit, um noch loszuziehen und die Nacht unter freiem Himmel zu verbringen. Am Morgen stehst du früh auf und fährst direkt ins Büro. Wenn du zu Hause schon gegessen hast, brauchst du nur einen kleinen Snack und deine Schlafausrüstung.
Schöne Plätze für eine Nacht draußen liegen in Finnland fast überall – und oft überraschend nah. Es muss nicht immer ein Nationalpark oder ein ausgewiesenes Wandergebiet sein, denn dort lässt sich auch das Jedermannsrecht nutzen. Waldgebiete findest du am einfachsten auf einer topografischen Karte, zum Beispiel mit dem Kartendienst Karttapaikka, der am besten am Computer funktioniert. Fürs Smartphone gibt es ebenfalls Karten-Apps, etwa die App Maastokartat.
Oft kannst du direkt von zu Hause aus losgehen oder aufs Fahrrad steigen. So bewegst du dich gleich mit, und auch der Weg zum Lagerplatz und zurück wird Teil des Abenteuers.
Besonders schöne Lagerplätze findest du meist auf Felsen oder am Ufer von Seen und Flüssen. Im besten Fall liegt dein Platz etwas erhöht und bietet eine gute Aussicht. Um offene Stellen zu erkennen, helfen dir auch Luftbilder, zum Beispiel in Google Maps.
Manchmal brauchst du nicht einmal einen Unterschlupf. Wenn du dich auf die Wettervorhersage verlässt und ein gewisses Risiko in Kauf nimmst, kannst du ganz unter freiem Himmel schlafen – einfach eine Plane unter die Isomatte legen und fertig. Für den Fall, dass es doch regnet, packst du zur Sicherheit ein Tarp oder ein Zelt ein.
In Finnland umfasst das Jedermannsrecht unter bestimmten Bedingungen das Recht, fast überall in der Natur zu übernachten. In Nationalparks und anderen Naturschutzgebieten gilt es nicht, auf anderen frei zugänglichen Flächen darfst du aber relativ uneingeschränkt übernachten. Wer diese Rechte nutzt, hat auch Pflichten. Natur und Tiere dürfen keinen Schaden nehmen, und als Faustregel gilt: Hinterlasse jeden Platz so, wie du ihn vorgefunden hast. Nimm deinen gesamten Müll wieder mit, mach kein Feuer ohne Erlaubnis des Grundstückseigentümers (bei Wald- oder Grasbrandwarnung auch nicht mit Erlaubnis) und vergrabe dein Geschäft, wenn du mal musst.
Pack dir ein paar Leckereien oder ein gutes Buch ein – oder genieße einfach die Geräusche und Gerüche der Natur.
Hier ist eine Packliste für eine Sommertour. Du musst nicht alles mitnehmen – je weniger du trägst, desto leichter hast du es:
- Rucksack und/oder Fahrradtaschen
- Unterschlupf: Zelt, Tarp oder Hängematte
- Isomatte (aufblasbare Modelle haben ein kleineres Packmaß)
- Schlafsack oder Quilt
- Inlett (hält den Schlafsack sauber)
- Kissen oder ein Packsack, der sich zum Kissen umfunktionieren lässt
- Warme Kleidung
- Trinkflasche
- Puukko, Messer oder Multitool
- Proviant
- Toilettenpapier
- Hut, Sonnenbrille, Sonnencreme
- Erste-Hilfe-Set/Set gegen Schlangenbisse + Pflaster usw.
- Sommerlaune
Wenn du die Natur in deiner Umgebung noch nicht erkundet hast, probier es aus. Du wirst überrascht sein. Wir im Norden haben das Glück, dass saubere und schöne Natur für alle reichlich vorhanden ist.
Caj und Katja waren mit ihren Fahrrädern auf einer Tour mit Übernachtung unterwegs.
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