Wintersport

Checkliste für Tourenschlittschuhläufer

Tourenschlittschuhlaufen ist ein faszinierender Abenteuersport, über den gern diskutiert wird. Man stellt sich vor, wie Leute über glattes, sonnenbeschienenes Eis durch atemberaubende Landschaften gleiten, scheinbar ganz unbekümmert. Wer nur gelegentlich und ohne Erfahrung aufs Eis geht, würde das vielleicht auch gern tun, zweifelt aber zugleich, ob dieser Sport sicher sein kann. Vom Eis schaffen es meist nur negative Ereignisse in die Nachrichten. Die Angst ist also verständlich und zum Teil auch berechtigt. Mit sorgfältiger Vorbereitung, dem Blick auf die Sicherheit und Kenntnis der Eisverhältnisse kannst du aber auch diesen Abenteuersport sicher und mit Freude betreiben.

Das Foto mit den im Wasser treibenden Stöcken ist immer ein Klassiker.

Ich bin Katja aus dem Scandinavian Outdoor Store in Pirkkala. Seit über 8 Jahren laufe ich als Mitglied eines Vereins für Tourenschlittschuhlaufen, davor war ich schon einige Zeit auf eigene Faust mit einer Freundin unterwegs. In schneearmen Wintern bin ich natürlich mehr gelaufen, in guten Skiwintern weniger. Der Sport wird auch deshalb immer beliebter, weil die Schneelage oft unsicher ist.

Wie viele andere habe ich auf geräumten Natureisbahnen mit dem Langstreckenlaufen angefangen. Für mich ist das bis heute ein gutes Training, wenn Schnee die größeren Eisflächen bedeckt. Doch schon bald lockte das Eis jenseits der Bahnen. Zuerst habe ich mir Eiskrallen für den Hals besorgt, aber damals war mir noch nicht klar, was sicheres Bewegen auf dem Eis alles erfordert. Eine Sache habe ich aber von Anfang an richtig gemacht: Ich bin nie allein aufs Natureis gegangen.

In diesem Winter konnte man auch in Pirkanmaa schon im Oktober auf den kleinen Seen laufen.

Nachdem ich dem Verein beigetreten war, wurde meine Ausrüstung besser und das Tourenschlittschuhlaufen sicher. Ich hing über Karten und Satellitenbildern und studierte das Terrain meines neuen Hobbys. Ich war in Gruppen unterwegs, hörte den Erfahreneren zu und lernte, welches Knallen kein Grund zur Sorge ist und was das Singen des Eises verraten kann. Ich habe viel mit dem Stock ins Eis gestochen und gelernt zu erkennen, welcher Schlag zeigt, dass das Eis genau mich trägt – und welcher, dass es auch meine Freundinnen und Freunde trägt.

Ausrüstung für das Tourenschlittschuhlaufen

Die Stöcke sind kürzer als die Skatingstöcke, die man auf Langlaufloipen oft sieht. Wenn ich auf bereits geprüftem Eis laufe, trage ich die Stöcke meist unter dem Arm. Ich nehme sie heraus, wenn ich die Tragfähigkeit des Eises prüfen will oder als Balancehilfe, wenn ich sehr holprige Abschnitte überquere, auf denen ein sauberer Abstoß kaum möglich ist. Wichtig ist die kugelförmige Spitze des Stocks, mit der du beim Laufen Struktur und Dicke des Eises abtastest. Das Prüfen des Eises ist beim Tourenschlittschuhlaufen zentral für die Sicherheit. Eis ist auf einem Gewässer nie überall gleich dick. Wenn eine Stelle trägt, heißt das nichts für die anderen. Es lohnt sich, die Eisbildung zu verstehen – und das ist ein spannendes Thema. Beim Gefrieren von Wasser spielen sehr viele Faktoren mit.

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Pause auf einer Schäre. Der Eisstock hat sich im harten Einsatz verbogen.

Die Eiskrallen hängen griffbereit um den Hals. Sie sitzen so weit oben, dass sie beim Einbrechen nie unter die Eisdecke geraten. Am sichersten sind Eiskrallen, bei denen du mit einer Hand zuerst nur eine herausziehen kannst, während die andere einsatzbereit bleibt. Die andere Hand sollte die am Rucksack befestigte Wurfleine erreichen. In erster Linie wirft die eingebrochene Person die Leine zum Retter – so ist Zielgenauigkeit nicht ganz so entscheidend. Das andere Ende der Leine ist bereits am Läufer befestigt. Hat die eingebrochene Person keine Kraft mehr, lässt sie sich so leichter herausziehen. Prüfe die Wurfleine vor jeder Tour und stelle sicher, dass sie intakt ist.

Auf einer Schlittschuhtour musst du manchmal auch gehen. Etwa, um eine Eisspalte über Land zu umgehen oder von einem See zum nächsten zu wechseln. Nach vielen Touren bin ich auf BC-Schuhe umgestiegen, deren Gummisohle sich zum Gehen besser eignet. Dafür brauchst du an den Kufen auch BC-Bindungen. BC-Bindungen sind robuster als Skatingbindungen, damit sinkt auch das Risiko eines Bindungsbruchs. Dieselben BC-Schuhe passen auch zu Tourenski, sofern diese ebenfalls BC-Bindungen haben.

Das Wetter spielt nicht immer mit, aber aufs Eis muss man trotzdem.

Den Rucksack zu packen, ist Präzisionsarbeit. Auf dem Eis bist du Wetter und Eis ausgeliefert und oft weit weg von jeder Hilfe. In den Rucksack gehört ein kompletter Satz Wechselkleidung in Packsäcken. In den einen Sack kommen die Oberteile, in den anderen die Unterteile. Der Sack mit den Oberteilen liegt weiter oben, damit du ihn beim Umziehen zuerst greifst. Die Säcke sollten unterschiedliche Farben haben – so kannst du der Person, die dir beim Umziehen hilft, leichter Anweisungen geben. Wie bei jeder guten Wintertour gehören natürlich warme Getränke und energiereicher Proviant dazu. Außerdem hast du die üblichen Sicherheits- und Komfortdinge jeder Tour im Gelände dabei, etwa Karte und Kompass, Erste-Hilfe-Set, Stirnlampe, Toilettenbeutel und eine Powerbank. Sinnvoll ist auch ein kleines Reparaturset, um die Ausrüstung unterwegs notdürftig zu flicken.

Für deine erste Touren- oder Langstreckentour

Überall im Norden gibt es auf Natureis geräumte Bahnen, auf denen du ein erstes Gefühl für den Sport bekommst. Das Bahnlaufen gibt dir allerdings nur eine Ahnung davon, wie schön und vielseitig dieser Sport ist. Auf die Bahn kannst du fast ohne Planung gehen. Vielerorts kannst du Schlittschuhe sogar direkt beim Bahnbetreiber mieten. Meine eigene Familie lasse ich trotzdem nicht einmal auf eine geräumte Bahn ohne Eiskrallen. Es ist eine Frage der Gewohnheit: Eiskrallen gehören zum Eis dazu, ganz egal, womit du dich darauf bewegst.

Ein seltener Moment am Rand einer Hauptfahrrinne.

Beim Tourenschlittschuhlaufen wird die Tour geplant. Du wählst das Ziel anhand von Eisinformationen auf Satellitenkarten, überlegst, wie sich das Eis entwickelt und wie viel Schnee gefallen ist, und verfolgst genau die Wettervorhersage. Wer im Tourenschlittschuhverein Skrinnarit läuft, bekommt durch die Eisbeobachtungen der anderen Mitglieder viel Unterstützung bei der Planung. Im Verein kannst du außerdem niedrigschwellig einsteigen und an Touren teilnehmen, die von erfahreneren Läuferinnen und Läufern geführt werden.

Bei einem Abenteuersport ist es am sichersten, die Tour immer etwas leichter zu planen, als du es den Teilnehmenden zutraust. Kläre auch vorab, wo ihr abbrechen könnt. Solange du die Technik noch lernst, ist ein Verein eine große Hilfe. Durch meine Mitgliedschaft bei Skrinnarit habe ich einzigartige, unvergessliche Naturerlebnisse gehabt und unglaublich viele nette Menschen kennengelernt.

Pflegetipps für deine Ausrüstung

Wenn das Eis glatt ist und die Kufen scharf sind, läuft es sich leicht. Nach jedem Laufen trockne ich die Schlittschuhe mit einem Tuch ab und setze die Kufenschoner auf. Kufen, die mit Meerwasser in Berührung gekommen sind, spülst du am besten zum Schluss mit Süßwasser ab. Von Zeit zu Zeit schleife ich meine Schlittschuhe. Ich mache das selbst, weil ich es gezeigt bekommen und mir im Laufe der Jahre Schleifsteine und eine Halterung zugelegt habe. Auch die Spitzen der Eisstöcke kannst du nachschärfen, wenn sie beim Einstechen nicht mehr richtig ins Eis beißen.

Nach einer Tour breite ich den Inhalt des Rucksacks zum Trocknen aus und drehe meinen Ursuit-Anzug zum Lüften auf links. Er hat eine Membran, deshalb solltest du den Schweiß ab und zu herauswaschen, auch wenn er sonst nicht schmutzig ist. Das Fett im Schweiß verstopft die atmungsaktiven Poren der Membran, und der Anzug wird schneller schwitzig. Ich schwitze nicht besonders viel und kann die Außenschicht daher etwas seltener waschen als jemand, der stark schwitzt.

Ich empfehle dir unbedingt, auch das Einbrechen, das Herausklettern und das schnelle Umziehen zu üben, wenn du die Gelegenheit zu einem angeleiteten und sicheren Training bekommst. Durch die Übung merkst du, was wirklich in den Rucksack gehört – danach packst du deutlich gezielter.

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Checkliste

Das trage ich immer:

-Merino-Funktionsunterwäsche und Socken
-bei Bedarf ein zweites Shirt
-Wollboxershorts darunter oder einen Isolationsrock als äußerste Schicht
-Ursuit MPS Trockenanzug als Mittelschicht
-Wind- oder Regenbekleidung zum Schutz des Anzugs, je nach Wetter
-Fäustlinge, Schlauchschal, Mütze
-manchmal eine Skibrille
-du kannst auch einen Helm tragen
-Handy im Packsack
-Schuhe
-Schlittschuhe
-Eiskrallen um den Hals
-Eisstöcke

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Im Rucksack und mit dabei:

-eine Begleitung!
-Wurfleine, deren eines Ende mit einem Karabiner am Rucksack befestigt ist
-Rucksack mit Schrittgurt
-Messstab zum Messen der Eisdicke
-Packsäcke für die Wechselkleidung
-kompletter Satz Wechselkleidung oder, wenn du im Trockenanzug läufst, ein Ersatzshirt, Mütze, Schlauchschal und Handschuhe
-Pausenjacke
-Thermosflasche und normale Trinkflasche mit zusätzlicher Isolierung (eine Wollsocke tut es auch)
-Proviant, Speisethermobehälter und langer Löffel, dazu schnelle Energie
-Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke
-Karte und Kompass
-Reparaturset
-Powerbank
-Feuerzeug oder Zündhölzer
-Einweg-Handwärmer
-Stirnlampe
-Toilettenbeutel
-Geld, falls du doch mit dem Bus nach Hause fährst oder unterwegs ein nettes Lokal liegt

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