Tourentipp im August: So klappt die Wasserversorgung beim Wandern
Beim Wandern musst du selten viel Wasser mitschleppen. In den Wandergebieten Skandinaviens findest du meist reichlich natürliche Gewässer, aus denen du direkt trinken oder dein Wasser vor Ort aufbereiten kannst. Die Empfehlung lautet trotzdem: Trinkwasser aufbereiten. Natürliche Gewässer bergen immer ein gewisses Risiko.

Gerade in Lappland lohnt es sich kaum, viel Wasser zu tragen. Unterwegs findest du Wasser in Bächen, Flüssen und Seen. In sehr trockenen Sommern können kleinere Bäche allerdings austrocknen und ganz verschwinden. Prüfe deshalb vorab, wo es entlang deiner Route Wasserstellen gibt, und plane danach, wie viel Wasser du mitnimmst.
Prüf das Wasser immer zuerst mit deinen Sinnen. Ist es braun oder riecht es unangenehm, lass die Finger davon.

Wenn du abseits markierter Wege und Routen unterwegs bist, überquerst du meist alle paar Kilometer kleine Bäche. Dort kannst du gleich einen Schluck nehmen. Viele tragen in solchen Gebieten überhaupt kein Wasser mit sich. Machst du dir Sorgen, ob das Wasser reicht, füllst du deine Trinkflasche einfach bei jeder Gelegenheit auf. Ist dir das zu schwer, reicht auch eine halbvolle Flasche.

Schlag dein Lager am besten in der Nähe einer Wasserstelle auf. So hast du beim Kochen nur einen kurzen Weg zum Wasser. Trink abends und morgens reichlich, damit dein Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht bleibt. Wenn dich Mücken plagen, wähl einen etwas höher gelegenen, windigeren Platz. Die schönere Aussicht gibt’s gratis dazu.
Spül dein Geschirr nicht direkt im Gewässer. Und geh weit weg vom Wasser auf Toilette.
Wasser aufbereiten – drei Methoden
Natürliches Wasser solltest du aufbereiten, um eine Infektion zu vermeiden. Im Wasser können unangenehme Bakterien, Parasiten oder Viren stecken. Wer sich ansteckt, kann so schwer erkranken, dass eine schnelle Evakuierung ins Krankenhaus nötig wird.

Alle Wasserfilter und Entkeimungstabletten findest du hier.
Wasser abkochen
Abkochen gehört zu den ältesten Methoden der Wasseraufbereitung. Schon bei 80 Grad sterben die meisten Bakterien, Protozoen und Viren ab. Schwermetalle, Pestizide oder andere Giftstoffe entfernst du damit allerdings nicht. Schau also auf der Karte nach, woher das Wasser kommt: Gibt es flussaufwärts zum Beispiel Landwirtschaft, Fabriken oder Bergbau?
Das Wasser muss richtig sprudelnd kochen, damit es durchgehend heiß genug wird. Oft werden 3 Minuten empfohlen, in der Praxis reicht auch weniger. Abkochen ist nicht immer die praktischste Lösung, wenn du schnell Trinkwasser brauchst. Außerdem verbraucht es viel Brennstoff.

Entkeimungstabletten
Eine wirksame Methode zur Wasseraufbereitung sind Entkeimungstabletten. In unserem Shop findest du zum Beispiel Katadyn Micropur Forte. Eine Packung enthält 100 Tabletten, eine Tablette reicht für einen Liter Wasser. Laut aktueller Gebrauchsanweisung sind nach 30 Minuten Einwirkzeit Viren unschädlich gemacht, nach 2 Stunden auch Giardien.
Halte dich genau an die Herstellerangaben. Die Tablette muss lange genug im Wasser wirken, damit es sicher trinkbar wird. Der Nachteil: ein Beigeschmack, den nicht jeder mag. Trotzdem gehören Entkeimungstabletten immer ins Gepäck.
Wasser filtern
Filtern ist oft die einfachste und schnellste Art, Wasser aufzubereiten. Es gibt Filter für größere Gruppen, für kleine Gruppen und für den Einzelgebrauch. Die gängigsten Filter entfernen praktisch alle Bakterien und Protozoen, aber keine Viren.

Unser beliebtester Wasserfilter ist der Katadyn Befree AC 0,5. Er ist handlich, leicht, schnell und günstig. Die AC-Modelle haben zusätzlich zum Hohlfaserfilter einen Aktivkohlefilter. Deckel abschrauben, Wasser in die Soft Flask schöpfen, Deckel zu und das Wasser zum Beispiel in deine Trinkflasche drücken. Schnell und unkompliziert.
Denk daran: Gegen Blaualgen helfen diese Methoden nicht. Informiere dich vorab über die Blaualgenlage in deiner Region – für Finnland zum Beispiel hier: https://www.vesi.fi/sinilevatilanne/